Wirtschaft & Arbeit

Tarifverträge in der Zeitarbeit

Die drei großen Zeitarbeitsverbände BZA, IGZ und AMP haben jeweils eigene Tarifverträge für die ihrem Verband angeschlossenen Zeitarbeits-Unternehmen abgeschlossen. Diese Tarifverträge wurden auf Grund des neuen Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes vom 01.01.2004 notwendig. Mit Inkrafttreten dieses Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes gilt der sogenannte Gleichbehandlungsgrundsatz. Demnach müssen Mitarbeiter von Zeitarbeits-Unternehmen in ihrem Einsatzbetrieb das gleiche Arbeitsentgelt erhalten wie die festeingestellten Mitarbeiter. Man nennt dies auch Equal Treatment (Gleichbehandlung). Da die Zeitarbeits-Unternehmen aber mit diesem Gleichbehandlungsgrundsatz ihre Verrechnungssätze gegenüber den Unternehmen drastisch hätten erhöhen müssen, würde die Dienstleistung Zeitarbeit für die Unternehmen zu teuer und diese hätten auf den Einsatz von Zeitarbeit verzichtet. Abweichendes kann nur über ein Tarifvertrag einzelvertraglich geregelt werden.
Mit den Abschlüssen der einzelnen Tarifverträge reagierten die Verbände. Die Tarifverträge der einzelnen Verbände unterscheiden sich dabei nur in unerheblichen Details. In allen Tarifverträgen gibt es je nach Qualifikation tarifliche Mindestlöhne, die monatlichen Arbeitsstunden sind geregelt, sowie der Urlaubsanspruch und die freiwilligen Sozialleistungen. Auch Zulagen für einzelne Sonderfälle sind tariflich geregelt. So sehen die Tarifverträge für einen Einstieg im Helferbereich einen Mindestlohn von rund sechs Euro vor und fangen im Facharbeiterbereich bei rund sieben Euro an. Diese steigern sich je nach Qualifikation, Berufserfahrung und Einsatzbetrieb auf ca. 16 bis 17 Euro. Zusätzlich können Zulagen gezahlt werden. Damit die Zeitarbeits-Unternehmen auch der hohen Anforderung an Flexibilität gerecht werden, agieren alle mit dem sogenannten Arbeitszeitkonto. Auch dieses ist tariflich geregelt und hat sowohl für das Zeitarbeitunternehmen als auch für den Zeitarbeitnehmer Vorteile. Die angesammelten Stunden können bei Bedarf abgebummelt werden und man kann sogar in Minusstunden gehen. So können Zeiten überbrückt werden, in denen keine Einsatzmöglichkeiten bestehen. Die Zeitarbeitsfirma muss den Mitarbeitern nicht kündigen und die Zeitarbeitnehmer bleiben weiterhin im Arbeitsverhältnis.

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