Wirtschaft & Arbeit

Münzen

Während die Euromünzen aller EU-Staaten eine einheitliche Vorderseite aufweisen, wird die Rückseite der Euro- und Cent-Münzen aus den Prägejahren 1999 bis 2006 von Land zu Land unterschiedlich gestaltet. Hier sind beispielsweise Darstellungen von Staatsoberhäuptern oder nationaler Symbole zu sehen. Im Folgenden sollen exemplarisch die Münz-Darstellungen der Länder Finnland, Frankreich und Griechenland aufgeführt werden.
Die finnischen Euro-Münzen haben drei unterschiedliche Motive: Die sechs kleinsten Münzen designte Heikki Häiväoja, die Ein-Euro-Münze entwarf Pertti Mäkinen und für das nationale Gesicht der Zwei-Euro-Münze ist Raimo Heino verantwortlich. Die finnischen Euromünzen von ein Cent bis 50 Cent zeigen jeweils den finnischen Wappenlöwen, der früher auch auf der Münze der Finnmark zu sehen war. Ein- und Zwei-Cent-Münzen haben in Finnland so gut wie keinen Wert und werden kaum benutzt, da kleine Beträge in Skandinavien grundsätzlich gerundet werden. Aufgrund des scheinbar zu vernächlässigenden Werts werden die kleinen Münzen vielfach sogar weggeworfen. Dennoch zählen diese kleinen Münzen natürlich auch dort als gesetzliches Zahlungsmittel, müssen also von Geschäften angenommen werden. Das ist beispielsweise für Touristen wichtig, die diese Münzen mit ins Land bringen und wie gewohnt damit bezahlen möchten. Die Ein-Euromünze zeigt in Finnland zwei Schwäne, die über eine finnische Landschaft fliegen. Auf der Zwei-Euromünze sind Frucht und Blüte der Moltebeere, einer in Mitteleuropa sehr seltenen Pflanzenart, zu sehen.
In Frankreich haben die Euromünzen drei unterschiedliche Motive. Fabienne Courtiade lieferte den Entwurf für die kleinsten Münzen. Sie zeigen ein Portrait von Marianne, der Symbolfigur der Französischen Republik. Die französischen Münzen im Wert von zehn bis 50 Cent designte Laurent Jorio. Auf ihnen ist die Säerin dargestellt, die auch auf dem früheren französischen Franc zu sehen war. In Frankreich geprägte Ein- und Zwei-Euromünzen zeigen einen stilisierten Baum in einem Hexagon mit dem Motto der Französischen Revolution „Liberté, Egalité e Fraternité“, entworfen von Joaquim Jimenez.
Da Griechenland erst spät in die Währungsunion der Europäischen Union aufgenommen wurde, konnte es nicht sofort alle Münzen selbst prägen. Griechische Münzen, die in anderen EU-Ländern geprägt wurden enthalten deshalb einen Länderkennungsbuchstaben, um die „Fremdprägung“ dieser Münzen zu kennzeichnen. So findet sich beispielsweise auf der griechischen 20-Cent-Münze ein „E“ für Spanien. Die griechischen Münzen haben für jeden Nennwert eine unterschiedliche Darstellung. In aufsteigender Reihenfolge sind dies: eine attische Triere aus dem 5. Jahrhundert vor Christus, eine Korvette aus dem frühen 19. Jahrhundert, ein moderner Tanker, der griechische Dichter Rigas Velestinlis-Fereos, der griechische Staatsmann Ioannis Kapodistrias, der Politiker Eleftherios Venizelos, eine athenische Vier-Drachmen-Münze aus dem 5. Jahrhundert sowie die Entführung der Europa durch Zeus, die auf der Zwei-Euro-Münze abgebildet ist.
Dieses Verfahren der Euro-Prägung, Münzen mit einheitlicher Vorder- und eine individueller Rückseite in Umlauf zu bringen, steht auch für die Art und Weise des europäischen Zusammenschlusses: In vielen Politikbereichen herrscht nach wie vor nationale Souveränität, in anderen Bereichen haben die Länder bereits Kompetenzen an die EU abgegeben.

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