Wirtschaft & Arbeit

Informationen für Unternehmensgründer

Für Unternehmensgründer, welche eine Existenzgründung planen, gilt es eine Menge zu beachten. Der folgende Artikel soll eine kleine Hilfestellung für die Zeit der Existenzgründung sein. Am Anfang eine Existenzgründung steht immer die Motivation zu dieser. Also warum wollen Sie sich selbstständig machen und einen eigenen Businessplan umsetzen? Die Gründe können von „beruflicher Selbstverwirklichung“, über „Hobby zum Beruf machen“, bis zum „Verlassen der Arbeitslosigkeit“, zum Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt , sehr vielschichtig sein. Dann wäre die Frage zu klären, ob Sie sich im Haupterwerb oder „nur“ im Nebenerwerb selbstständig machen möchten. Die meisten Existenzgründer im Haupterwerb gründen aus der Arbeitslosigkeit, wobei der Anteil der ALG1 Gründer in den letzten Monaten rückläufig ist, was wiederum darauf zurückzuführen ist, dass in den letzten Monaten weniger Arbeitsplätze im ersten Arbeitsmarkt abgebaut wurden. Relativ konstant ist hingegen der Anteil der Existenzgründer, welche Ihre Existenzgründung im Nebenerwerb, also neben einem Angestelltenverhältnis, Studium, Berufsausbildung oder Arbeitslosigkeit, realisieren. Der Wunsch dieser Personen nach selbstständigen Handeln scheint trotz oder vielleicht gerade wegen der positiver Konjunktur vorhanden zu sein. Somit ist es aktuell auch nicht selten, dass bei vielen Existenzgründern die Aussage „was mein Chef kann, kann ich auch“ anzutreffen ist.

Was auch immer Ihr Motiv für eine Existenzgründung ist, um diese zu realisieren benötigen Se auf jeden Fall eine Geschäftsidee, welche Sie dann versuchen über einen Businessplan oder auch Unternehmenskonzept oder Geschäftsplan zu konkretisieren. Diese Geschäftsidee, und vor allem eine erfolgsversprechende Geschäftsidee, zu finden, ist nicht immer einfach. Sie sollten dabei auf jeden Fall erst einmal die Branche eingrenzen und im nächsten Schritt die Tätigkeit innerhalb dieser Branche. Also beispielsweise eine Existenzgründung in der Branche „Baugewerbe“ mit der Tätigkeit „Fliesenleger“. Nun müssten Sie schauen, ob es sinnvoll ist, sich in Ihrer Region als Fliesenleger selbstständig zu machen. Auch das geht wiederum am einfachsten, indem Sie Ihr Gründungsvorhaben in einem Businessplan aufbereiten udn sich dabei Fragen zum Standort, zu den Wettbewerbern, zum Marketing, zur Zielgruppe usw. beantworten. Sie werden dann ein Gefühl bekommen, ob sich Ihr Businessplan erfolgreich realisieren lässt oder nicht. Wenn Ihr Einzugsgebiet aus 100.000 Einwohner besteht, es in diesem Gebiet bereits 100 Fliesenleger gibt und diese auch bereits zu Dumpingpreisen im Markt agieren, werden Sie wahrscheinlich schon durch diese einfache Marktanalyse von einer Existenzgründung mit dieser Geschäftsidee Abstand nehmen.

Gehen wir davon aus, Se haben Ihr Motiv und auch Ihre Geschäftsidee gefunden, so gilt es nun die nächsten Schritte Ihrer Existenzgründung in Angriff zu nehmen, im Grunde eine Art Gründungsablauf zu durchlaufen. Um dies etwas zu konkretiesieren, gehe ich nun nur auf den Fall des Haupterwerbs ein und unterstelle dabei, dass Sie aus der Arbeitslosigkeit heraus gründen. Der für Gründer wichtigste Schritt innerhalb eines Gründungsablaufs ist sicherlich die Beantragung von Fördermitteln. Für eine Existenzgründung stehen, vorrausgesetzt der Businessplan macht Sinn, sehr viele Förderprogramme zur Verfügung. Dies kann von reinen Zuschüssen (wie Einstiegsgeld oder Gründungszsuchuss) bis zu geförderten Darlehen auch für Sie interessant sein. Natürlich müssen Sie, wenn Sie keinen Kapitalbedarf haben, sich nicht mit geförderterten Darlehen beschäftigen. Aber für viele Existenzgründer ist dies doch auch ein interessantes Thema. Das Problem was viele Gründer, die aus der Arbeitslosigkeit heraus gründen, jedoch haben, ist , dass geförderte Darlehen nur in seltenen Fällen tatsächlich beim Existenzgründer ankommen. Ein Grund dafür liegt im Hausbankprinzip, das heißt, dass die Fördergelder über eine Hausbank an den Existenzgründer ausgereicht werden. Und diese Hausbank hat natürlich Aufwand und anteilig auch noch Haftung zu tragen. Und da ein Existenzgründer meist keine Sicherheiten und schon gar kein gesichtertes Einkommen hat, wird der Businessplan meistens von der Hausbank als nicht förderwürdig bzw. nicht finanzierbar eingestuft

Neben den Darlehen gibt es aber insbesondere in Deutschland sehr interessante Zuschüsse, für welche es sich lohnt einen Businessplan aufzustellen und diese zu beantragen. Wenn Sie ALG1 Bezieher sind, sollten Sie Ihren Businessplan auf den Gründungszsuchuss der Agentur für Arbeit ausrichten und wenn Sie ALG2 Bezieher sind, dann sollte Ihr Businessplan für das Einstiegsgeld geeignet sein. Beim Gründungszuschuss, welcher seit dem 01.08.2006 beantragt werden kann, können Sie, wenn Sie mindestens 90 Tage Restanspruch auf ALG1 Leistungen haben, einen Zuschuss für die ersten 9 Monate nach Existenzgründung von der Arbeitsagentur erhalten, und zwar in Höhe Ihres aktuellen Arbeitslosengeldes plus 300 Euro für Ihre soziale Absicherung. Für den 10. – 15. Monat können Sie sogar eine Verlängerung beantragen, dann aber nur in Höhe der 300 Euro SV-Zuschüsse. Befinden Sie sich bereits im ALG2 Bezug kommt für Sie „nur“ das Einstiegsgeld in Frage. Es handelt sich dabei um eine Kannleistung und Sie haben darauf keinen Restanspruch. Wird Ihr Businessplan aber für gut befunden und das Einstiegsgeld bewilligt, so haben Sie auch hier einen kleinen Zuschuss, von meist ca. 170 Euro pro Monat, erhalten weiterhin Ihr ALG2, inkl. eventueller Mietzuschüsse gezahlt und erhalten während des Förderzeitraums (meist sind dies 6 Monate, es können aber auch bis 24 Monate bewilligt werden) Ihre Sozialversicherungsbeiträge zu Kranken- und Rentenversicherung weitergezahlt. Somit ergibt sich bei einer Existenzgründung mit Einstiegsgeld oftmals auch ein finanzieller Vorteil von mtl. ca. 1.000 Euro, zumindest für die ersten 6 Monate.

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