Wirtschaft & Arbeit

Arbeitskosten in der Schweiz – Sind sie wirklich so hoch?

Die Schweiz hat den Ruf eines klassischen Hochlohnlandes. Die Löhne sind zweifellos hoch, zumindest auf den ersten Blick. Wieso kann sich dann das Land als einer der vorteilhaftesten Wirschaftsstandorte Europas behaupten? Einer hat mal gesagt, weil die Schweizer eine Stunde früher aufstehen als andere. Die Schweiz gehört zu den Ländern mit der höchsten Arbeitszeit. Zieht man weiter die Lohnnebenkosten, die Produktivität und den Arbeitsfrieden mit ins Kalkül ein, so entpuppt sich der Standort Schweiz plötzlich als ausgesprochen konkurrenzfähig. Hat die Schweiz im internationalen Vergleich gar tiefe Löhne, wenn man es richtig anschaut?

Für den Unternehmer zählt nicht nur, was der Beschäftigte in der Lohntüte hat, sondern was für ihn insgesamt hingeblättert werden muss. Das heisst, auch die Lohnnebenkosten sind einzubeziehen. Diese sind in der Schweiz mit rund 50% des Bruttolohnes vergleichsweise tief. Damit liegt sie bei den Arbeitskosten als Summe aus Direktlohn und den Nebenkosten auf Platz vier hinter Norwegen, Belgien und Deutschland. Schlussendlich wettbewerbsentscheidend sind aber nicht die Stundenkosten, sondern die Lohnstückkosten, welche die Arbeitsproduktivität miteinbeziehen. Dank einer hohen Produktivität sind die Lohnstückkosten in der Schweiz wesentlich tiefer als in konkurrierenden Wirtschaftsräumen. Auch sind sie seit 1995 nur geringfügig angestiegen. Damit hat die Schweiz einen Wettbewerbsvorteil erzielt. Der hohe Lohn ist kompensiert. Im Ranking der Wettbewerbsfähigkeit hat sich die Schweiz 2007 (Quelle WEF) auf Platz zwei hinter den USA vor Dänemark, Deutschland und anderen Ländern vorgearbeitet. Weitere Vorteile sind: ein liberales Arbeitsrecht, relativ geringe Downsizing-Kosten und eine massvolle Bürokratie. Die Schweiz ist nur auf den ersten Blick teuer.

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