Versicherung & Finanzen

Standardtarif der privaten Krankenversicherung

Die private Krankenversicherung befragt in regelmäßigen Abständen den eigenen Kundenbestand. Dies erfolgt natürlich in erste Linie, um herauszufinden, wie hoch die Kundenzufriedenheit ist und ob man mit einer größeren Wechselbereitschaft rechnen muss. Im Rahmen dieser Befragungen wird sehr häufig auch nach den Wünschen, Nöten und Ängsten der Versicherungsgemeinschaft gefragt. Dabei wird immer wieder die Angst geäußert, dass man sich im Rentenalter durch eine zu starke Beitragsbelastung den Versicherungsschutz nicht mehr leisten kann. Ein ähnliches Bild ergibt sich auch in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung. Doch im Gegensatz zum gesetzlichen Versicherungsmodell, sorgt die private Krankenversicherung schon heute ausreichend fürs Alter vor.

So wird in der Beitragskalkulation eine Rücklage fürs Alter gebildet. Die sogenannte Alterungsrückstellung. Ende 2007 verfügten die fast 8,6 Millionen Versicherungsnehmer der privaten Krankenversicherung über etwas mehr als 120 Milliarden Euro. Im gesetzlichen Krankenversicherungssystem gibt es derzeit keinerlei Rücklagen. Neben der Rücklagenbildung gibt es seit 1994 zusätzlich noch den Standardtarif der PKV.

Der Standardtarif wurde für die Rentenphase kalkuliert und ist nicht zu verwechseln mit dem neuen Basistarif den es seit Januar 2009 auf dem Markt gibt. In den Standardtarif darf man nur wechseln, wenn man mindestens 10 Jahre in einem Vollversicherungstarif abgesichert war und das 55. Lebensjahr erreicht hat. Wie die Bezeichnung des Tarifes schon erahnen lässt, beinhaltet der Tarif nur Standardleistungen. Bei der Kalkulation der Leistungen wurden durch den PKV-Verband die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung als Referenz herangezogen. Deshalb bildet der Tarif in den meisten Punkten das gesetzliche Leistungsniveau ab und ist auch bei der Beitragsentwicklung auf den Höchstbeitrag der gesetzlichen Krankenversicherung begrenzt.

Wer sich also im Rentenalter die aktuellen Beiträge seines „Normaltarifes“ nicht mehr leisten kann oder will, der kann durch einen Wechsel in den Standardtarif häufig eine deutliche Beitragsreduzierung erreichen.

Doch warum ist der Beitrag des Standardtarifes eigentlich so niedrig?

Zum einen, weil die versicherten Leistungen wesentlich geringer sind und zum anderen, da die Beitragsentlastung durch die gebildete Alterungsrückstellung wesentlich stärker ausfällt als im Normaltarif. Dies ist deshalb der Fall, da die Rückstellung auf das hohe Niveau des Normaltarifes hin kalkuliert wurde. Durch einen Wechsel in den Standardtarif sind deshalb wesentlich mehr Rückstellungen vorhanden als man für das Leistungsniveau des Standardtarifes hätte bilden müssen. Diese Rückstellungen führen dann neben den geringeren Leistungen zu einer weiteren Reduzierung des Beitragsniveaus.

Allerdings sollte man sich einen Wechsel in den Standardtarif gut überlegen, da das Leistungsniveau doch deutlich unter den Normaltarife liegt. Auch hat man keine Möglichkeit die Leistungen des Standardtarifes zu erhöhen. Denn der Standardtarif darf nicht mit einer privaten Zusatzversicherung gekoppelt werden. Die private Zusatzversicherung ist ausschließlich als Ergänzung der gesetzlichen Krankenversicherung vorgesehen.

Alles in allem kann man jedoch festhalten, dass die private Krankenversicherung ganz gut fürs Alter vorsorgt.

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