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Pendlerpauschale

Die im Volksmund genannte Pendlerpauschale wird vom Einkommensteuerrecht her Entfernungspauschale genannt. Sie hat ihren Sinn, dem erwerbstätigen Arbeitnehmer einen Zuschuss zu seinen Kosten zu gewähren, die ihm zwischen seiner Wohnung und seiner Arbeitsstätte entstehen.

Dabei war diese Regelung nicht von Anfang an Bestandteil der Einkommensteuergesetze. Denn in den Anfangsjahren galt der Weg zwischen Wohnung und Arbeit als Privatsache, konnte demnach nicht steuerlich mindernd geltend gemacht werden. Danach wurden nur die notwendigen Kosten erstattet. Darunter fiel aus Sicht der Steuerexperten die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Erst in der Mitte der 1950er Jahre wurden aufgrund zunehmener Motorisierung der Arbeitnehmer auch die Kosten als abzugsfähig anerkannt, die dem Pendler durch die Nutzung eines privaten Pkw entstanden. Die höchstmögliche Entfernung für die Absetzung der Kosten lag jedoch bei 40 Kilometern. Waren die seit 1971 die Kosten für jeden gefahrenen Kilometer bei 0,36 DM anzusetzen, steigerten sie sich im Laufe der Jahre bis 0,70 DM.
Da die tatsächlichen Kosten für die Nutzung eines privaten Pkw aber weitaus höher liegen, kann nur von einem Zuschuss gesprochen werden.

Erst als der Gesetzgeber im Jahre 2001 die verkehrsmittelunabhängige Pauschale eingeführt hat, konnte jeder Arbeitnehmer seinen Weg von der Wohnung zur Arbeit als Werbungskosten geltend machen. Dabei war es unerheblich, ob er die Arbeitsstelle mit dem Auto, Motorrad, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder zu Fuß erreichte. Sogar relativ exotische Verkehrsmittel wie Boote werden anerkannt. Nur für die Nutzung des Flugzeuges oder eines Taxis besteht eine Ausnahme.

Einen Einschnitt bei der Pendlerpauschale gab es dann im Jahre 2007. Der Gesetzgeber änderte das Einkommensteuerrecht in der Weise, dass die Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitssätte keine Werbungskosten mehr darstellen und damit der Weg dorthin als Privatsache anzusehen ist.
Allerdings erkennt der Gesetzgeber für Arbeitnehmer, die mehr als 20 Kilometer weit zu ihrer Arbeit fahren müssen, diese Mehrkilometer weiterhin als Werbekosten an. Dieses Gesetz wird im Augenblick jedoch vom Bundesverfassungsgericht überprüft.

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