Versicherung & Finanzen

Ohne Krankenversicherung

Alle vier Jahre führt das statistische Bundesamt die Erhebung „Angaben zur Krankenversicherung“ durch. Hierdurch soll unter anderem ermittelt werden, inwieweit die Pflicht zur Krankenversicherung mittlerweile zu einer flächendeckenden Versicherung aller Bürger in Deutschland geführt hat. Der Weg scheint noch weit, wie die aktuelle Erhebung zeigt: Noch 196.000 Menschen in Deutschland sind bislang nicht krankenversichert. Die größte Gruppe der Nichtversicherten stellen Selbständige in der Altersgruppe der 30 bis 49-jährigen dar. Zwei Drittel der Unversicherten sind männlich, Menschen mit niederigem Schulabschluss sind vermehrt als unversichert anzutreffen. Die aktuelle Gesundheitsreform setzt voraus, dass spätestens ab am 1. Januar 2009 jeder Bundesbürger nachweisen muss, entweder gesetzlich oder privat krankenversichert zu sein. Dies gilt nunmehr auch für Selbständige, denen es früher freigestellt war, sich zu versichern oder die Kosten für eine Krankenbehandlung selbst zu tragen. Ob es gelingen mag, auf diesem Wege die knapp 200.000 noch unversicherten Menschen in die Krankenversicherung zu überführen und welche Sanktionen der Rechtsstaat anderenfalls durchzusetzen in der Lage sein wird, mag die Zukunft zeigen. Auch bleibt offen ob sich die bislang Nichtversicherten eher der gesetzlichen Krankenkasse anschließen oder die Private Krankenversicherung nutzen werden. Es steht jedoch außer Frage, dass die Zahl der Unversicherten tendenziell mit dieser Maßnahme sinken wird. Auch ist unbestritten, dass die Versicherungspflicht durchaus dazu geeignet ist, dem Prinzip der Solidarität Rechnung zu tragen, wird sich dann niemand mehr seiner Rolle als Einzahler in die Kassen der Krankenversicherungen entziehen können.

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