Versicherung & Finanzen

Kinder können nach Scheidung in PKV bleiben

Eltern, die in der privaten Krankenversicherung versichert sind, müssen selbstverständlich auch eine entsprechende Regelung zur Versicherung ihrer Kinder treffen. So werden die Kinder oft in der PKV der Eltern mitversichert, was durchaus möglich und üblich ist. Die Kinder sind somit vollständig mitversichert und können die dem Versicherungsvertrag entsprechenden Versicherungsleistungen im Bedarfsfall mitnutzen.

Doch vielfach stellt sich immer wieder die Frage, wie mit der Versicherung der Kinder weiter umgegangen werden soll, wenn sich die Eltern scheiden lassen. Das Oberlandesgericht in Koblenz hat nun entschieden, dass die Kinder in diesem Fall weiter in der privaten Krankenversicherung versichert bleiben können und nicht in die gesetzliche Krankenkasse wechseln müssen. Somit muss keine Änderung der Versicherungslage der Kinder vorgenommen werden, sondern sie können auch weiterhin in der PKV versichert bleiben. Das Oberlandesgericht Koblenz gab zudem an, dass die private Krankenversicherung durchaus zum angemessenen Unterhalt gezählt werden kann, sofern das Kind bis zur Scheidung auch in der privaten Krankenversicherung versichert war. Die Kosten für die private Krankenversicherung müssen in diesem Fall vom unterhaltspflichtigen Elternteil übernommen werden.

Auch, wenn dieser Elternteil fordert, dass die Kinder in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln sollen, besteht keine Verpflichtung dazu, dieser Forderung nachzukommen, sondern die Krankenversicherung muss nicht gewechselt werden. Im expliziten Fall, der in Koblenz verhandelt wurde, wurde der Mutter des Kindes Recht gegeben. Denn im besagten Fall wollte der Vater des Jungen die monatlichen Beiträge zur PKV in Höhe von 180 Euro nicht übernehmen. Die Mutter jedoch bestand darauf, dass das Kind in der privaten Krankenversicherung weiterhin versichert bleiben sollte. Da die Mutter nicht mit ihrem Kind in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln wollte, landete der Sachverhalt schließlich vor Gericht.

Das OLG Koblenz gab der Mutter des Kindes Recht. Denn die bisherigen Verhältnisse, in denen das Kind gelebt hat, sollten so gut es geht, auch nach der Scheidung weiterhin aufrecht erhalten werden. Dies gilt auch für die private Krankenversicherung. Würde das Kind nach der Scheidung in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln, ergäben sich grundlegende Erleichterungen für die unterhaltspflichtigen Elternteile. Denn in diesem Fall wäre die Versicherung beitragsfrei und der unterhaltspflichtige Elternteil müsste die Beiträge nicht bezahlen. Da die bisherigen Lebensverhältnisse jedoch auch von der Versicherung in der PKV bestimmt waren und beibehalten werden sollen, gehört die Versicherung in der privaten Krankenversicherung ebenso zum Unterhalt. Zu beachten ist dabei allerdings, dass die Beiträge zur privaten Krankenversicherung zusätzlich zum sogenannten Regelunterhalt zu bezahlen sind und nicht bereits in diesem inkludiert sind.

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