Versicherung & Finanzen

Fondgebundene Lebensversicherung — was ist die fondsgebundene Lebensversicherung

Das war wohl schon immer so: Es gibt Menschen mit starker Risikofreude, Menschen, die jedes Risiko scheuen und Menschen, die irgendwo zwischen den Extrempolen liegen. Wir werden uns hüten, das eine Verhalten gutzuheißen, das andere zu verurteilen. Die Menschen sind verschieden und verschieden sind ihre Wege durchs Leben. Auch Versicherungsnehmer und Kapitalanleger sind verschieden: Die einen spekulieren mit hohem Risiko, machen große Gewinne oder fallen fürchterlich auf die Nase, die anderen wählen den extrem sicheren Weg, der Kapital nur langsam und geringer mehrt, es allerdings auch nicht oder kaum gefährdet. Und auch hier gibt es Zwischenformen, nicht allein Extreme. Die fondsgebundene Lebensversicherung zählt zu diesen Zwischenformen.

Eine fondsgebundene Lebensversicherung zählt zu den Kapitallebensversicherungen. Das wiederum bedeutet: Anders als bei der so genannten Risikolebensversicherung wird Geld nicht allein im Todesfall des Versicherungsnehmers an Hinterbliebende ausgezahlt, vielmehr erhält der Versicherungsnehmer die Versicherungssumme in jedem Fall nach Ablauf der vereinbarten Zeit. Was die fondsgebundene Lebensversicherung von anderen Kapitallebensversicherungen unterscheidet? Bei der klassischen Kapital bildenden Lebensversicherung können maximal 35% der von Kunden eingezahlten Gelder in Aktien investiert werden. Bei der fondgebundenen Lebensversicherung können Sie als Versicherungsnehmer dagegen selbst bestimmen, wie hoch der in Aktien angelegte Teil Ihrer Beiträge sein soll; er kann — wenn Sie es möchten — bei einer fondgebundenen Lebensversicherung durchaus 100% betragen. Sie bestimmen den Anteil und auch hier kommen die unterschiedlichen Charaktere zum Tragen. Risikofreudigere Versicherungsnehmer werden den in Aktien angelegten Anteil ihrer Beiträge zur fondsgebundenen Lebensversicherung höher ansetzen als vorsichtigere Menschen. Nach bisherigen Erfahrungen bringt eine fondsgebundene Lebensversicherung eine Rendite von sieben bis acht Prozent des eingesetzten Kapitals, während die klassische Kapital bildende Lebensversicherung nur vier bis sechs Prozent Rendite einbringt. Allerdings ist Ihnen bei der klassischen Variante eine Mindestrendite von 2,75% vor Kosten sicher, während die fondsgebundene Lebensversicherung in der Regel keine gesicherte Rendite bietet.

Eine fondsgebundene Lebensversicherung hat in der Regel eine Laufzeit ab 20 Jahren; empfohlen wird von Experten, den Anteil der in Aktien investierten Beiträge zu reduzieren, um zum Ende der Laufzeit die Sicherheit zu erhöhen. In welche Fonds Ihr Geld investiert wird, wenn Sie sich für eine fondsgebundene Lebensversicherung entscheiden, können Sie selbst bestimmen oder Sie vertrauen dabei auf das Augenmaß der Experten. Die fondsgebundene Lebensversicherung ist also im Vergleich zur klassischen Kapital bildenden Variante für Menschen mit etwas mehr Risikofreude gedacht; das Risiko hält sich allerdings in Grenzen, sodass die fondsgebundene Lebensversicherung keineswegs nur etwas für Spielernaturen ist.

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