Versicherung & Finanzen

Der britische Insolvenzschutz

Wer heute sein hart verdientes Geld in den Aufbau der eigenen Altersvorsorge investiert, möchte auch sicher gehen, dass zum Ende der Laufzeit das gesparte Geld auch noch vorhanden ist. Gerade in der aktuellen Marktphase, in der jeden Tag Meldungen von neuen Rekordverlusten über den Ticker laufen, sorgen sich viele Kunden um die Sicherheit ihres Anbieters und damit natürlich auch um die Sicherheit Ihrer Geldanlage.

Die ist vor allem dann der Fall, wenn es sich nicht um deutsche Banken oder Versicherungsgesellschaften handelt. Denn oft unterscheidet sich der inländische Insolvenzschutz doch erheblich von den Regelungen im Ausland, wie einige Anleger durch den Fall der Kaupthing-Bank leider schmerzlich erfahren mussten.

Insolvenzschutz der britischen Versicherungsbranche

Die britische Lebensversicherung ist seit ca. 15 Jahren sehr erfolgreich auf dem deutschen Versicherungsmarkt vertreten. Dabei handelt es sich um eine Vielzahl von Unternehmen, die unter dem Begriff britische oder auch englische Lebensversicherung zusammengefasst werden. Die Standard Life, die Clercial Medical und die Friends Provident gehören wohl zu den bekanntesten britischen Anbietern auf dem deutschen Markt. Da eine britische Lebensversicherung im Vergleich zu einer klassischen deutschen Rentenversicherung eine wesentlich bessere Rendite erwirtschaftet, haben sich viele deutsche Versicherungskunden seit Mitte der 90er Jahre für den Abschluss einer britischen Versicherungspolice entschieden. Doch viele fragen sich in der aktuellen Marktphase, wie sicher eigentlich diese Anlageform ist und inwieweit ein Schutz für den Insolvenzfall vorhanden ist.

Doch die meisten deutschen Anleger können sich in diesem Punkt beruhigt zurücklehnen. Denn auch in Großbritannien wird der Schutz der Kundengelder sehr ernst genommen. So wurde im Jahre 2001 unter der Aufsicht der FSA die FSCS geschaffen und am Markt etabliert. Die FSCS ist vergleichbar mit dem deutschen Sicherungsfonds Protektor, der ebenfalls erst im Jahr 2002 durch die Versicherungswirtschaft konzipiert wurde. Denn sollte ein Versicherungsunternehmen, egal ob dieses aus Deutschland oder Großbritannien kommt Insolvenz anmelden müssen und würden dadurch die bisher verwalteten Kundengelder verloren gehen, so würde dies auf die gesamte Versicherungsbranche abstrahlen und zu einem enormen Vertrauensverlust führen.

Deshalb ist es ein besonderes Anliegen der Branche selbst, dass für den Insolvenzfall ein umfangreicher Schutz besteht. Zwar ist bisher noch keines der britischen Versicherungsunternehmen in ernsthafte Schwierigkeiten geraten, doch es ist immer gut zu wissen, wie man im Ernstfall abgesichert ist.

Sollte es also wirklich zum Ernstfall kommen, so greift die FSCS zum Schutz der Anleger ein. Dabei wird das Hauptziel verfolgt, dass Unternehmen und den Versicherungsbestand zu retten. Hierzu wird die FSCS in Verhandlung mit anderen Versicherungsunternehmen treten und prüfen, ob ein Verkauf des Unternehmens möglich ist. Erst wenn diese Möglichkeit nicht in die Tat umgesetzt werden kann, wird eine Entschädigungsleistung durch die FSCS übernommen. Alle Kunden des angeschlagenen Unternehmens erhalten dann bis zu 2.000 Pfund ihrer Anlage zu 100% erstattet. Die darüber hinausgehenden Vermögenswerte werden mit 90% entschädigt.

Die britische Lebensversicherung bietet in Deutschland folgende Produktlösungen an: Rürup Rente, Riester Rente, betriebliche und private Altersvorsorge, Berufsunfähigkeitsversicherung.

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