Versicherung & Finanzen

Auch mit Vorerkrankung zur PKV

Durch die neue Gesundheitsreform kann jeder, der nicht pflichtversichert in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert ist, eine private Krankenversicherung abschließen. Nicht pflichtversichert sind neben Selbständigen und Freiberuflern die Arbeitnehmer, die ein bestimmtes Einkommen übertreffen. Dieses Einkommen wird bezeichnet als die Versicherungspflichtgrenze, die im Jahr 2007 bei 47.700 € liegt. Wer diese Voraussetzungen erfüllt, kann nach den neuen Regelungen auch dann eine private Krankenversicherung abschließen, wenn er die bisher notwendige Gesundheitsprüfung nicht besteht. Dies liegt an dem eingeführten Kontrahierungszwang, der die privaten Krankenversicherungen dazu verpflichtet, jeden Antragsteller unabhängig von seinem Gesundheitszustand annehmen zu müssen. Gerade auch für solche Versicherungsnehmer, aber auch um ein vergleichbares Konzept zu den gesetzlichen Krankenversicherungen bieten zu können, müssen die privaten Krankenversicherungen einen Basistarif anbieten, der in seinen Leistungen den Tarifen der gesetzlichen Krankenkassen entspricht. Neben dem Leistungskatalog wird den privaten Krankenversicherungen zusätzlich aufgezwungen, den Tarif so einzurichten, dass er nicht teurer ist als der höchste Beitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung und dass er keine gesundheitliche Risikoprüfung beinhaltet. Was den Wechsel in so einen Basistarif betrifft, gibt es sowohl für noch gesetzlich Versicherte als auch für bereits privat Versicherte eine Frist von sechs Monaten. Für gesetzlich Versicherte beginnt diese Frist ab dem Zeitpunkt, an dem die Versicherungspflicht endet und sie sich privat versichern dürfen. Dann müssen sie innerhalb eines halben Jahres einen Basistarif wählen. Für Privatversicherte ist der Stichtag der 01. Januar 2009, ab dem sie sechs Monate Zeit haben, in einen Basistarif zu wechseln, den sie sowohl bei der eigenen privaten Versicherung als auch bei einem anderen Anbieter wählen können. Nach dieser Frist von einem halben Jahr ist der Wechsel nur noch in der eigenen privaten Krankenversicherung vorgesehen. Die Versicherungsnehmer können aber auch nur noch dann in den Basistarif wechseln, wenn sie das 55. Lebensjahr erreicht haben oder nachweisen können, dass es ihnen finanziell nicht mehr möglich ist, den bestehenden Tarif zu bezahlen. Wichtig für einen Versicherungswechsel ist die neue Regelung dass man die bereits angesammelten Altersrückstellungen zum neuen Versicherungsnehmer mitnehmen kann. Diese Altersrückstellungen sind von großer Bedeutung, da dadurch verhindert werden soll, dass die kontinuierlich steigenden Beiträge der privaten Krankenversicherung im Alter nicht viel zu hoch werden.

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