Tiere

Der Wolpertinger – Das Stiefkind unter den Fabelwesen

Man kennt Sie alle, egal ob in Büchern, Sagen, Film oder Fernsehen: Einhörner, Trolle, Werwölfe und Konsorten bevölkern bereits seit Jahrzehnten Buchseiten und den heimischen Bildschirm. Doch obwohl diese Fabelwesen nicht aus heimischen Gefilden stammen, sind diese doch bekannter als einer Vertreter der heimischen Sagen- und Legendenwelt: Der Wolpertinger aus Bayern, das wohl am wenigsten beachtete Fabeltier auf der Welt!

Aber an was liegt das? Weil er nicht so groß wie ein Einhorn, so wild wie ein Werwolf und stark wie ein Troll ist? Dabei ist es doch so ein posierliches kleines Tierchen, der kleine Wolpi. Auf alle Fälle ist der kleine Racker vielseitig, trägt er doch meist das Geweih eines Rehbocks auf dem Körper eines Hasen, hat die Flügel eines Vogels und die Füße einer Ente. So ausgestattet, flitzt er durch die bayerischen Hochwälder und versucht sich den Blicken neugieriger Urlauber und schießwütiger Jägersmänner zu entziehen. Vor allem in Bodenmais im Bayerischen Wald hat er durch die vielen Touristen große Probleme, nicht entdeckt zu werden.

Doch eine kleine Fangemeinde scheint auch der Wolpertinger zu besitzen, denn welches Fabelwesen kann schon von sich behaupten, dass eine Biermarke nach ihm benannt wird? Oder Volksmusikgruppen? Sogar Wirtshäuser sind nach dem kleinen Raubtier benannt. Eigentlich doch garnicht so schlecht für ein Tier, dass es gar nicht gibt, hat der Wolpertinger doch seinen Ursprung im 19. Jahrhundert, als er bei einem Tierpräparator das erste Mal das Licht der Welt erblickte, um an gutgläubige Touristen verkauft zu werden.

Wie dem auch sei, ich mag den Wolpertinger und obwohl sämtliche anderen Fabelwesen bekannter sind, als der kleine Racker, hat er noch einen Vorteil: Er ist ein gemütliches, bayerisches „Untier“, das bereits so manchen Urlauber in Bayern zum Schmunzeln gebracht hat.

Be Sociable, Share!

Einen Kommentar schreiben

Du mußt angemeldet sein, um kommentieren zu können.

Zufällige Artikel Die 5 neusten Artikel