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Fussball EM der kleinen Stadien ?

Nachdem vor der Fußball WM 2006 der Modus der Kartenvergabe eines der bestimmenden Themen war, sind es nun die verhältnismäßig kleinen Stadien der Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz.Angesichts des großen Fassungsvermögens der WM 2006 Stadien ist die Diskussion durchaus verständlich. Vergleicht man die Kapazitäten in Österreich und der Schweiz allerdings mit jenen der Euro 2004 in Portugal, dann wird schnell klar, dass die Kritik objektiv nicht berechtigt ist. Drei der vier EM Stadien in Österreich haben ein Fassungsvermögen von ca. 30.000 Plätzen. Nur das Ernst Happel Stadion in Wien (in dem auch das Finale ausgetragen wird) fasst 50.000 Zuschauer. In der Schweiz liegt die Kapazität von drei Stadien ebenfalls im Bereich von 30.000 Zuschauer und lediglich der St. Jakob Park (Austragungsort des Eröffnungsspiels) in Basel bietet 42.000 Zuschauern Platz. Somit ergibt sich für Österreichs EM Stadien ein durchschnittliches Fassungsvermögen von 36.000 Plätzen und für die Schweizer Austragungsstätten liegt der Wert bei 34.000 Plätzen. Interessant ist vor allem, dass auch Portugals EM Stadien 2004 nicht viel größer sind und sechs der acht EM Spielstätten ebenfalls nur ein Fassungsvermögen von 30.000 haben. Ähnliches gilt für die Stadien der Euro 2000 in Holland und Belgien.

Zwar ist es aus Sicht der Fußballfans sicherlich enttäuschend, dass nur ein geringer Teil der Interessenten auch tatsächlich die Möglichkeit haben wird die Spiele live vor Ort zur verfolgen. Ärgerlicher ist viel mehr der Trend, dass der Anteil an wahren Fußballfans mit jeder Großveranstaltung geringer zu werden scheint. Nicht zu unrecht wächst der Unmut über die großzügigen Kartenkontingente für die Sponsoren und es ist beinahe paradox, dass der DFB lediglich 6.000 Karten je Gruppenspiel in Klagenfurt zur Verfügung gestellt bekommt. Enttäuschend ist jedenfalls auch der Umstand, dass das EM Finale in einem als „Stimmungstöter“ bekannten Stadion ausgetragen wird. Die Laufbahn welche die Zuschauerränge im Ernst Happel Stadion vom Spielfeld trennt war in Österreich schon desöfteren ein heißes Diskussionsthema. Wenigstens für die Europameisterschaft hätte man sich eine temporäre Lösung für eine etwaige Verlängerung der Zuschauerränge überlegen können; aus Sicht vieler Fans wurde hier eine große Chance verpasst das EM Finale 2008 zu einem unvergesslichen Stimmungsereignis werden zu lassen.Festzuhalten bleibt, dass die Kritik über die Stadiengrößen bei der EM 2008 objektiv gesehen nicht berechtigt ist, sondern viel eher eine Verbesserung bei der Aufteilung der Kartenkontingente angestrebt werden sollte. Immerhin sind es zu einem großen Teil die Schlachtgesänge und Anfeuerungsrufe des „normalen Fußballfans“ die viele Fußballspiele zu einem unvergesslichen Ereignis werden lassen. VIP Logen und Dankbarkeitsbekundungen an die Sponsoren sind natürlich notwendig um auch in Zukunft die reibungslose Abwicklung von Großveranstaltungen zu sichern, jedoch dürfen die Interessen der gewöhnlichen Fans nicht noch weiter in den Hintergrund gerückt werden.

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