Sport & Fitness

Der Fussball-Trainer und die Öffentlichkeit

Zwischenmenschliche Interaktionen und Kommunikation zwischen dem Trainer und den verschiedenen Interessengruppen werden auch als die `Öffentlichkeit des Trainerhandelns` bezeichnet. Darunter versteht man also alle Aktionen des Trainers, die sich nicht direkt an die Mannschaft oder den Verein richten. Dabei ist der Trainer für die Medien und die Öffentlichkeit häufig die meistgefragte Person im professionellen Fußballgeschäft. Denken wir nur an Beckenbauer und Lattek.  Aufgrund seiner Informationen, seines Fachwissens, seine `direkte` Beteiligung und Verantwortung an der Leistung der Mannschaft/Spieler und damit am Erfolg oder am Misserfolg des Vereins stets begehrt. Dadurch steht er vielfach im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses, auch begünstigt durch die Mittlerposition zwischen Mannschaft und anderen Gruppen, natürlich besonders aber den Medien (als deren Vertreter). Journalisten und Trainer befinden sich in einem Abhängigkeitsverhältnis. Einerseits benötigen die Journalisten die notwendigen `Insider`-Informationen des Trainers. Andererseits generiert der Trainer seine Akzeptanz, Popularität und sein Prestige über seine Präsentation in der Öffentlichkeit durch die Medien. Diese Vorgänge können darüber hinaus von den Medien gesteuert werden. Das Öffentlichkeitsinteresse sowie sein Image und Reputation sind aber immer auch erfolgsabhängig. Nur selten wird ein überaus erfolgreicher Trainer ein negatives Image von den Medien bekommen oder umgekehrt. Allerdings erwartet die Öffentlichkeit stets, dass er als Experte die Leistungen der Mannschaft und der einzelnen Spieler, den Spielverlauf und das Ergebnis kommentiert und erklärt sowie seine Entscheidungen rechtfertigen kann. Dementsprechend üben die Medien mit dem Ziel der bestmöglichen Information eine direkte und indirekte Kontrolle in erster Linie über den Trainer aus. Daraus könnte die Gefahr eines Autonomieverlustes entstehen. Der Trainer sieht sich in seiner Arbeit einer fast ständigen Beobachtung ausgesetzt. Sein Fachwissen und die Ergebnisse werden stets kritisch begleitet. Die Folge: Ein hoher und ständiger Leistungsdruck. Diese Bedingungen lassen ihm vielfach nicht den Raum, notwendige Experimente im technischen oder taktischen Bereich durchzuführen. Trotz dieses Drucks durch die Medien und der Öffentlichkeit soll der Trainer in der Lage sein, die richtigen Entscheidungen zu treffen, sie zu riskieren und für die Durchsetzung die Verantwortung zu übernehmen. Daher sind seine Fachkenntnisse sowie die psychische Stabilität von erheblicher Bedeutung, um Konflikte und Probleme in solch extremen Situationen zu meistern. Abschließend wird festgehalten, dass die Medien und die Öffentlichkeit
grundsätzlich großes Machtpotenzial haben, die Fachkenntnisse und die berufliche Existenz von Trainern in Frage zu stellen, ihn dadurch unter Druck zu setzen und letztlich sein Handeln zu beeinflussen.

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