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BCAAs – die Alleskönner!

BCAAs als „Alleskönner“ hinzustellen mag auf den ersten Blick etwas übertrieben wirken und hört sich mehr nach billigem Werbeversprechen als nach realer Gegebenheit an. Doch betrachtet man diese Aminosäurenkombination einmal etwas genauer, dann wird schnell klar, dass dieser Ausdruck und dieser Ruf für die BCAAs durchaus zutreffend sein kann.

BCAAs sind, wie schon angedeutet, eine Kombination aus drei essentiellen Aminosäuren, den verzweigtkettigen Aminosäuren Isoleucin, Leucin und Valin. Wie die Bezeichnung „essentiell“ schon verrät, kann der Körper diese Aminosäuren nicht selbst synthetisieren und ist daher auf eine externe Zufuhr angewiesen.

Die BCAAs sind mengenmäßig am stärksten vertreten im Bereich der Proteinstrukturen des Muskelgewebes, was sie natürlich für Personen mit Ambitionen des Muskelaufbaus besonders interessant und beliebt macht. So führt ein BCAA-Zufuhr zur Stimulierung der Proteinsynthese, also dem Neuaufbau von Muskelgewebe. Besonders ausgiebig fällt dieser Prozess aus, wenn kurze Zeit nach dem Konsum von BCAAs ein intensives Gewichtstraining erfolgt. So konnte in wissenschaftlichen Untersuchungen festgestellt werden, dass die Aktivierung der muskulären Proteinsynthese stärker ausfällt, wenn diese Aminosäuren vor dem Training konsumiert werden, im Vergleich zu einer Zufuhr unmittelbar nach dem Training.

Doch dieser Fakt alleine macht BCAAs noch lange nicht zum Alleskönner. Neben der beschriebenen anabolen, also aufbauenden, Wirkung, besitzen die BCAAs auch noch eine anti-katabole Funktion, was so viel heisst wie, dass BCAAs bei langen und/oder intensiven Trainingseinheiten vor einem belastungsinduzierten Muskelabbau schützen können. Denn neigen sich die körpereigenen Glykogenspeicher zum Ende hin, so werden vornehmlich Muskelproteine abgebaut und zu Energiegewinnungszwecken verstoffwechselt. Dies kann jedoch durch eine separate Zufuhr von BCAAs oder BCAA-haltigen Proteinkomponenten, wie z.B. Whey-Protein, verhindert werden. Der Organismus greift dann weniger auf körpereigene Strukturen zurück, sondern verstoffwechselt Aminosäuren aus dem Blutplasma. Die Muskulatur bleibt also verschont.

Und last but not least, könnten BCAAs sogar positiven Einfluss auf die Fettverbrennung besitzen. Derzeit wird untersucht, ob Isoleucin die Verbrennung von Fettsäuren zur Energiegewinnung anzuregen hilft, was BCAAs zu einer noch stärkeren „Diät-Waffe“ machen könnte.

Die meisten Nahrungsergänzungsmittelhersteller haben heutzutage unterschiedliche BCAA-Produkte im Sortiment. Wichtig bei der Auswahl wäre dann letztlich vor allem die Form und Herkunft des Produktes. Kapseln, Pulver oder Flüssiglösungen auf Molkenproteinbasis sind hier die Präparate erster Wahl.

Autor: Jan Lehmkuhl

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