Mode & Accessoires

Das Dirndl – Tracht oder Mode?

Ein wippender Rock mit Schürze, ein eng anliegendes Mieder, ein tiefer Ausschnitt – das ist ein Dirndl. Aus dem ehemaligen Magdgewand der vorherigen Jahrhunderte ist seit Ende des 19. Jahrhunderts ein Modegewand geworden. Dieses hauptsächlich aus dem Alpenraum stammende Mädchenkleid – Dirndl bedeutet einfach Mädchen – wurde als Sommerkleid um 1890 in der höheren Gesellschaft getragen und in den 30er Jahren des vorherigen Jahrhunderts zur Tracht gemacht. Ein langer bis kurzer Rock mit einem angenähtem Mieder, was nur knapp bis unter die Brust geht, hauteng anliegt und die weiblichen Formen wunderbar unterstreicht, sowie eine kurze Bluse darunter sind das Markenzeichen eines traditionellen Trachtendirndls.

Mit dem neuen Trend zu alten Traditionen kommt das Dirndl ganz besonders im Alpenraum wieder zu großer Bedeutung, auch unter jungen Leuten. Es wird nicht nur zum Oktoberfest in München getragen, sondern zu vielen weiteren festlichen Anlässen. Aber auch andernorts hat man die schlichte und gleichzeitig raffinierte Eleganz eines Dirndlkleides entdeckt und es ist so gefragt wie noch nie.

Dirndlkleider werden für den Sommer meist aus schlichter Baumwolle mit hellen, fröhlichen Farben gearbeitet. Klassisch dazu ist eine weiße Bluse mit kurzen Ärmeln, die aber auch transparent sein kann und so noch mehr Pepp in das traditionsreiche Kleid bringt. Im Winter sind die Stoffe wärmer, Schürzen oft aus Seide. Die Längen werden vielseitig von der Mode bestimmt. Es gibt klassische knöchellange Kleider, über und unter dem Knie und für die ganz jungen Trägerinnen wird es gewagt ganz kurz.

Um den Rock schön weit schwingen zu lassen wird ein Unterrock getragen, der mit viel Spitze frech aus dem Kleid lugt und so die Strenge nimmt. Die Schürze ist ebenfalls ein wichtiges Element, zu mal die Dame mit der Schürze der Männerwelt sagen kann, ob sie schon vergeben bzw. verheiratet ist, wenn sie die Schleife rechts gebunden hat, oder ob sie gerne wen kennen lernen möchte, mit der Schleife auf der linken Seite.
Das Mieder muss nicht obligatorisch an den Rock mit angenäht sein. Es wird mittig hinten oder vorne geschnürt, mit Ösen geschlossen, einem simplen Reissverschluss oder zahlreichen Knöpfen. Wichtig ist, dass es auf den Körper maßgeschneidert ist, eng anliegt und die Figur schön betont. Die kurze Bluse steht meist im Kontrast zu dem Kleid und lässt tiefe Einblicke auf das Dekolleté. Der Ausschnitt kann rund oder auch eckig sein, sollte aber bei Bluse und Kleid im Einklang sein. Ob lange oder kurze Ärmel kommt auf die Jahreszeit und auch den Stoff an. Denn: im Sommer sehen transparente lange Ärmel auch sehr schön aus.

Farben und Materialien sind bei einem Dirndl so vielseitig wie bei jedem anderen Kleid. Schlichte Karo- oder Streifenmuster mit weißen Blusen und einfachen Schürzen sind eher für den Sommer und schlichte Anlässe. Richtig festlich wird es mit Seidenstoffen, Organza, schönen Stickereien an Mieder und Schürzen, in gediegenen Farben oder auch in kontrastreichen.

Für kühle Sommernächte sieht ein großer Schal über den Schultern sehr schön aus. Im Winter hingegen ist eine figurbetonende Trachtenjacke mit Pelzbesatz besonders edel.
Aber auch die passenden Accessoires sind wichtig. Eine schöne Edelweißbrosche aus Filz, ein samtenes Band um den Hals mit einem schönen Anhänger, die passenden Schuhe oder Stiefeletten dazu – alles rundet das Dirndl perfekt ab.

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