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Auf Reisen durch das Sinaigebiet

Vor einigen Jahren hielt ich mich für einige Tage in Dahab/Ägypten im Sinaigebiet auf, an der Küste des Roten Meeres. Dieser Ort wird von Touristen oft als “Ibiza von Ägypten” bezeichnet. Sicherlich liegt es daran, dass die verschiedenen Touristenstände und Märkte, die vielen Händler mit Gewürzen, Schmuck und Gold die Strassen im Ort scheinbar Tag und Nacht beleben. Ganz überrascht stellte ich während meines Aufenthaltes aber fest, dass dies ein sehr erholsamer Ort und ein idealer Startpunkt für Ausflüge in die umliegenden Berge ist. Hier kann der interessierte Besucher sehr viel über die lokale Kultur lernen und kann natürlich, wie an vielen anderen Orten auch in Ägypten, schwimmen und schnorcheln. Es war nicht meine erste Erfahrung mit dem Schnorcheln, aber hier erlebte ich die Schönheit der Unterwasserwelt sehr bewusst und ich kam aus dem Staunen nicht mehr heraus!

Einen der Ausflüge, die ich gemacht habe, startete ich in einem Ort namens “Blue Hole”, in der Nähe von Dahab. Wer von hier tiefer ins Land möchte, kann das nur mit dem Kamel oder zu Fuß machen. Eigentlich unfassbar, dass ich hier dennoch einem trotzigen Mountainbiker begegnete.

Der Pfad schlängelt sich entlang der Küste des Roten Meeres, im Schatten der Felsen des Ras Abu Gallum Nationalparks. Auch wenn ich nicht zum ersten Mal einen Kamelritt erlebte, doch eine Gesamtzeit von etwa 3 Stunden auf dem Rücken eines Kamels, war dann doch am Ende so abenteuerlich, dass ich mich für die letzten Km entschied, den Fußpfad zu benutzen. Bei der aussergewöhnlichen Hitze, die an diesem kargen Ort Tag für Tag herrscht, keine leichte Aufgabe. Jedes Kamel hatte einen eigenen Kamelführer, in meinem Fall waren das zwei aufgeweckte Jungen von 10 und 14 Jahren. Sie entstammten einer Beduinen-Familie, die wir später antreffen sollten. Sie kannten nur die drei englischen Worte “daddy”, ” oldgold ” und “money”. Nicht nur einmal in diesen Stunden fragte ich mich, was diese beiden Kinder wohl sonst ausser Kamelführen so machten. Ich hoffte, sie gingen auch zur Schule und dabei ertappte ich mich, wie ich mir Vorwürfe machte, dass ich die Abwesenheit der beiden in der Schule eigentlich mitunterstütze… Gleichzeitig musste ich mir auch eingestehen, dass diese beiden Kinder nicht zufällig diesen Job machten, das musste bedeuten, sie machen ihre Sache gut und erfolgreich, weil man ihnen Touristen in so jungen Jahren schon anvertraute. Das aber bedeutete auf der anderen Seite mit dem Geld, welches sie bei dieser Tätigkeit bekommen, können die Eltern vielleicht erst die Schule bezahlen … Ein Zwiespalt, den ich gedanklich auf diesem langen Kamelritt gedanklich durchmachte. Nicht das erste Mal in Ägypten oder an vielen anderen Stellen auf der Welt, an denen ich bisher seien durfte.  (mf)

markus.freimann [at] web.de

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