Konsum & Sucht

Kontrolliertes Trinken

Das Bier ist eines der Lieblingsgetränke in unserem Land. Viele Menschen möchten nicht auf ihr geliebtes Feierabendbier verzichten und planen es wie ein Ritual in ihrem täglichen Tagesablauf ein.

Dieser regelmäßige Alkoholkonsum birgt die Gefahr einer Alkoholabhängigkeit in sich, weil sich der Körper an den regelmäßigen Zufuhr von Alkohol gewähnt hat. Der Kreislauf hat sich auf den Alkohol eingestellt und kann ohne ihn nicht mehr richtig funktionieren und reagiert mit Entzugserscheinungen, wenn er mal nicht oder nicht im ausreichendem Maße zugeführt wird. Anfangs tut man es mit Kreislaufproblemen oder Unwohlsein ab, aber mit der Zeit merkt man, wie schnell sich der Körper wieder erholt, wenn man wieder Alkohol konsumiert.

Dann ist man in dem Kreis der Alkoholsucht gefangen. Man setzt ihn bewusst ein, um das Bewusstsein zu beeinflussen, weil es einem scheinbar danach besser geht.

Trockene Alkoholiker, also die Menschen, die ihr Alkoholproblem erkannt haben und nun zufrieden und glücklich ohne Alkohol leben, sehen ihre Abstinenz als Geschenk an und haben verstanden, dass sie den Alkohol zum Leben nicht brauchen.

Es gibt aber viele Menschen, die ihre Sucht zwar erkannt haben, aber sich nicht vom Alkohol lösen können. Sie versuchen ein kontrolliertes Trinken. Eine oft genutzte Selbstlüge ist alkoholfreies Bier. Diese Art von Getränken schmeckt wie Bier, sieht so aus, wird in der gleichen Art getrunken und enthält meist auch einen geringen Anteil von Alkohol.

So glauben sie beides unter einem Hut zu bekommen und müssen nicht auf ihr geliebtes Bier verzichten.

Dieser Irrglaube wird über einen längeren Zeitraum, der meist sogar sehr kurz ist, wieder zum Konsum von richtigem Bier und anderen alkoholischen Getränken führen.

Man kann sich ja sehr schön selbst belügen, weil es ja mit diesem sogenannten alkoholfreien Bier auch eine Weile gut ging und der Alkoholkonsum kontrolliert werden konnte.

Es können Jahre vergehen, die durch diese Versuche, seinen Alkoholkonsum wieder kontrollieren zu können, bis man sich ehrlich über seinen Alkoholismus im klaren ist.

Von der Einsicht bis zum Handeln ist es aber noch ein weiter Weg. Meist glauben alkoholkranke Menschen, dass sie es selbst am besten wissen, welche Hilfe für sie die Richtige ist. Hilfe anzunehmen, bedeutet auch, sich zu einem Arzt zu begeben und dort offen und ehrlich über seine Unfähigkeit zu berichten. Das Eingestehen einer Schwäche vor anderen Menschen, auch wenn es ein Arzt ist, wollen viele nicht und versuchen daher einen kalten Alkoholentzug zu Hause in ihrer Wohnung.

Solch ein kalter Entzug ohne Medikamente und ohne ärztlicher Kontrolle kann lebensgefährlich sein, wenn nicht rechtzeitig Hilfe gewährleistet ist.

Ein Krampfanfall oder auch ein Delir sind die bekanntesten Entzugserscheinungen, die zum Tod führen können. Andere Körperfunktionen, wie Kreislauf, Herzfunktion oder Leberschaden können erhebliche Folgeerkrankungen verursachen, die man nicht beeinflussen kann.

Ein Alkoholentzug ist in einem Krankenhaus, dass sich auf Suchterkrankungen spezialisiert hat, unbedingt durchzuführen. Die Scham vor Ärzten und anderen Hilfspersonal ist unbegründet, wenn man den ehrlichen Wunsch hat, etwas gegen seine Alkoholsucht zu unternehmen. Dort können gegen starke Entzugserscheinungen Medikamente verabreicht werden. Zum anderen ist man aus seinem täglichen Rhythmus heraus und kann auch von den Mitpatienten, durch Gespräche und Freizeitgestaltungen viele Informationen erhalten.

In vielen Krankenhäusern ist auch die Beratung für eine mögliche anschließende Therapie nach dem körperlichen Alkoholentzug, gegeben und man kann teilweise sofort dach zu einer stationären Therapie.

Das Erlernen eines nüchternen Lebens beginnt, egal in welcher Form, nach dem Alkoholentzug und Bedarf einer täglichen Arbeit an sich selbst.

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