Gesundheit & Forschung

Autismus und Defintherapie

Vielen Eltern von autistischen Kindern gilt sie als letzte Hoffnung: die Delfintherapie. Hoffnung worauf, könnte man fragen. Denn es sind die Eltern, die verzweifelt sind und nicht die autistischen Kinder. Sämtliche wissenschaftlichen Studien besagen, dass die Delfintherapie keinerlei Auswirkungen auf Autismus hat. Zudem wird die Therapie aus Gründen des Tierschutzes und Artenschutzes stark kritisiert. Viele Betreiber von Delphinarien verwenden die Delfintherapie als Argument für die Zulassung, Delfine in Gefangenschaft halten zu dürfen – was aus Artenschutzgründen nur mit Ausnahmegenehmigung erlaubt ist. Zudem verdienen sie viel Geld auch mit der Delfintherapie, denn diese ist teuer: mehrere tausend Euro müssen die Eltern bezahlen – für eine Therapie ohne Wirkung. Mehr noch: viele erwachsene Autisten sprechen sich gegen jegliche Versuche aus, Autismus zu heilen. Sie sehen Autismus nicht als Störung, sondern als einen Teil ihrer Persönlichkeit, und Autismus zu „heilen“, würde bedeuten, ihre Persönlichkeit zu zerstören. Sie argumentieren, dass die Eltern lernen sollten, mit ihrem Kind und dessen Eigenheiten zurechtzukommen, und lieber etwas Geld dafür ausgeben sollten, das zu lernen, anstatt eine unsinnige und teure Delfintherapie zu machen. Die Probleme von Autisten liegen in gesellschaftlichen Barrieren und kulturellen Vorurteilen, nicht im Autismus. Einige Menschen im Autismus Spektrum sind engagierte Tierschützer und sprechen neben den genannten Gründen auch deshalb gegen die Delfintherapie aus.

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