Gesundheit & Forschung

Atmung zur Angstüberwindung

Pranayama ist die Beherrschung des Atems und die Kontrolle der Lebensenergie durch Atmung. Im Yoga ist Pranayama die intime Beziehung zur Lebensenergie und bedeutet die bewusste Regulierung und Vertiefung der Atmung. Die Atmung trägt vitale Energie durch den Körper und gibt Sauerstoff an jede Zelle. Bewusstes Atmen hilft Aufmerksamkeit gegenüber sich selbst und seinem Körper zu entwickeln, Entspannung durch mentale Gelassenheit und Klarheit herbeizuführen, körperliche Hitze zu entfachen um den Körper ohne Verletzung zu dehnen und den Körper durch die Freisetzung von Giftstoffen zu regenerieren. Durch eine beständige Konzentration auf die Vorgänge der Atmung und bewusst ausgeführte Atemtechniken kann das Bewusstsein beeinflusst und erhöht werden. Der Geist folgt der Atmung und daher liegt der Schlüssel zur Kontrolle des Geistes in der Kontrolle der Atmung.

Viele Menschen leiden unter Ängsten. Ängste werden durch die Erwartung an eine potenzielle, bedrohliche Situation oder Person ausgelöst, und können ähnlich wie bei Depressionen, die normalen geistigen und körperlichen Funktionen unterbrechen. Menschen, die Angst haben, sind oft übermüdet, überspannt, angespannt, irritiert und haben Probleme zu atmen.

Ängstliche Menschen haben die Tendenz zu einer oberflächlichen und kurzen Atmung, was zu schnellem, unregelmäßigem Herzrhythmus und Benommenheit führen kann. Während Angstzustände mit Medikamenten, Beratung oder Entspannungstechniken behandelt werden können, kann bereits die einfache Umstellung auf eine tiefe und langsame Atmung heilende Abhilfe schaffen. Zudem ist eine Atempause von 2 bis 3 Sekunden nach der Ausatmung hilfreich, bevor das Zwerchfell die nächste Kontraktion vornimmt.

Eine hilfreiche Atemübung ist zum Beispiel auf dem Rücken zu liegen und der normalen Atmung Aufmerksamkeit zu schenken. Verändern und beurteilen sie die Atmung nicht und weichen sie nicht dem aus, was sie gerade erfahren; sondern akzeptieren und erkennen sie an, was gerade ist. Oftmals ist das pure Bewusstsein des Atems genug um den Rhythmus der Atmung zu verlangsamen und die innere Welt in beachtlicher Art und Weise zu transformieren. Geben sie Acht auf das Wechselspiel der Ausdehnung und Kontraktion der Einatmung und Ausatmung und auf die kurzen dazwischenliegenden Pausen. Um das Atembewusstsein zu verstärken, legen sie ihre Hände auf den Brustkorb und hören sie dem Klang des Ein- und Ausatmens und der Stille während der Pausen zu.

Nehmen sie ein oder zwei Minuten um sich ein Bild ihrer Atmung zu verschaffen. Beginnen sie vorsätzlich an ihrer Atmung zu arbeiten; atmen sie nun vollständig aus und verlängern sie die Pause nach jeder Ausatmung um ein paar Sekunden über das Normale hinaus. Hals, Augen, Ohren und Kopf sollten dabei ganz sanft und entspannt bleiben. Beobachten sie was innerlich passiert, körperlich und geistig.

Wann auch immer sie einige Minuten am Tag Zeit haben, sitzen sie mit geschlossenen Augen und praktizieren sie bewusst die verlängerten Pausen, die empfängliche Einatmung und langsame Ausatmung – ohne die Atmung jemals dabei erzwingen zu wollen. Beobachten sie nicht nur die Atmung, sondern auch ihre Reaktionen auf die Atmung und kehren sie zur normalen Atmung zurück, wenn sie spüren, dass eventuelle Angstzustände stärker werden sollten.

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