Fotografie & Kunst

Von der Kamera zum Fotobuch – ein reines Verteilungsproblem?

Von der reinen Software-Seite betrachtet existieren zwei Philosophien, die digitale Bearbeitung eines Fotobuches zu gruppieren: eine Schule spricht sich für die Verwendung monolithischer All-In-One-Applikationen aus, die sämtliche Arbeitsschritte ohne Abhängigkeit von anderen Programmpaketen und Online-Diensten ausführen können und mit minimalem Installations- und Lernaufwand für jedermann bedienbar sind. Aus historischen wie auch architekturellen und kommerziellen Gründen ist diese Variante vor allem auf Microsoft Windows-Plattformen verbreitet; ihre Verfechter argumentieren zudem mit überschaubarem Funktionsumfang und minimalem Datenaustausch zwischen Fotobuch-Endkunden und Endanbieter, was neben Programmstabilität auch den Datenschutz privater Aufnahmen gewährleisten soll.

Die konkurrierende Schule des modularen Ansatzes hingegen, die vor allem unter Apple’s Mac OS X Betriebssystem verbreitet ist, vertraut auf eine kleine Anzahl als bekannt vorausgesetzter Applikationen wie iPhoto, Mail.app, den Safari Web Browser und die Medienbibliotheks-Funktionen der restlichen iLife- und iWork-Suite. Statt für jeden Fotobuch- oder Online-Foto-Management-Anbieter das Rad einzeln neu zu erfinden, sollen die konsistenten Benutzeroberflächen dieser Standardprogramme gezielt durch schlanke und leicht austauschbare Import- & Export-Module erweitert werden. Zwar bietet Apple offiziell in iPhoto ausschliesslich eigenproduzierte Fotobücher
an, doch haben sich findige Entwickler die gut dokumentierten Programmierschnittstellen der Software schon vor Jahren zunutze gemacht, eine riesige Auswahl an Plugins für Dienste wie Google Picasa, FlickR, YouTube, FaceBook, MySpace, ImageBucket und andere Social Networking & Photography Websites zu erstellen. Die Sorge um die Privatsphäre von Bildern kann dienstintern durch private Fotoalben mit geschlossenem Publikumskreis erleichtert werden.

Aus diesen beiden Philosophien ergeben sich auch die Anforderungen an die Hersteller von Fotobüchern, ihre Leistungen und Produkte auf robuste und zugleich elegante Weise für Kunden im Web 2.0 zugänglich zu machen. Ein gesunder Mittelweg würde etwa die Ausweitung eines modularen Ansatzes auf die Windows-Plattform miteinbeziehen. Wenn ein deutscher Fotobuch-Anbieter seine Dienste etwa direkt aus existierenden Online-Alben bei Picasa und FlickR anbietet, so profitieren Windows- wie Macintosh-Fotografen in gleichem Maße.

Informationen zum Autor "druckstufe":
Julia Turm
E-Mail: druckstufe(at)web.de
Web: http://

Bookmarken bei Diese Icons verlinken auf Bookmark Dienste bei denen Nutzer neue Inhalte finden und mit anderen teilen können.
  • Digg
  • del.icio.us
  • StumbleUpon
  • Reddit
  • Webnews
  • MisterWong
  • Y!GG
  • Google Bookmarks
  • Slashdot
  • Ask
  • BlinkList
  • Furl
  • Live-MSN
  • Netscape
  • SEOigg
  • Spurl
  • Squidoo
  • Technorati
  • YahooMyWeb

Einen Kommentar schreiben

Du mußt angemeldet sein, um kommentieren zu können.

Zufällige Artikel Die 5 neusten Artikel