Essen & Trinken

Der erste Kaffee in Europa

Um die Entdeckung des Kaffees ranken sich viele Legenden. Eine berichtet von muslimischen Mönchen in Abessinien. Um das Jahr 850 entdeckten sie eines abends zufällig, dass ihre Ziegen noch sehr munter waren, wenn sie an einer bestimmten Stelle geweidet hatten. Die Mönche gingen deshalb zu der Stelle und fanden dort eine ihnen unbekannte Pflanze mit kirschenartigen grünen, gelben und roten Beeren vor. Sie aßen die Beeren, doch sie schmeckten abscheulich. Sie warfen sie deshalb ins Feuer und waren bald angetan von dem köstlichen Geruch, der von ihnen ausging.
Aus den gerösteten Beeren kochten sie sich einen Sud und tranken ihn. Darauf fiel alle Müdigkeit von ihnen ab und sie konnten bis spät in die Nacht beten oder anregende Gespräche führen.

Wann der Kaffee wirklich als Getränk entdeckt wurde, ist nicht eindeutig belegt. Fest steht aber, dass er im 15. Jahrhundert in Arabien getrunken wurde und dazu im Jemen die Kaffeepflanzen aus der abessinischen Hochebene angebaut wurden. Über Mekka und Medina eroberte das Getränk dann die arabische Halbinsel.

Da das osmanische Reich sich in den nächsten Jahrzehnten über ganz Osteuropa bis vor die Tore Wiens ausbreitete, wurde der Kaffee zunehmend bekannt und auch in Europa beliebt. Nach dem die Türken vor Wien vernichtend geschlagen wurden, fiel den Siegern ein großer Vorrat an Kaffeebohnen in die Hände.

Der aus Polen stammende Franz Georg Kolschitzky, der sich in der Schlacht ruhmreich hervor getan hatte, erhielt als Geschenk diese Vorräte und die Konzession zum Kaffeeausschank in Wien. In den dortigen Kaffeehäusern wurde das Getränk als erstes mit Honig und Sahne gesüßt, was dem europäischen Geschmack mehr zu sagte, als die bittere Variante der Türken – der erste Kaffee in unserem heutigen Sinne war geboren.

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