Esoterik & Religion

Die Legende von Helios, dem Sonnengott

In vorchristlicher Zeit hatten die Griechen für Sonne, Mond und die verschiedenen Naturerscheinungen, wie Blitz und Donner verschiedene Götter. Einer von ihnen war Helios, der Sonnengott. Oftmals stieg er in seinem Lichtkörper, so wie es die anderen Götter auch taten, zur Erde hinab, um nach seinen Lieblingen, den Blumen zu sehen. Einmal traf er dabei eine hübsche, junge Schäferin, die auf der Wiese saß und einen Blumenkranz flocht. Unbemerkt konnte er sie eine Weile beobachten und ihre geschickten Finger bewundern. Als sie den Blütenkranz fertig hatte und ihn sich auf den Kopf setzen wollte, hob sie die Augen und erblickte den strahlenden Sonnengott in der Gestalt eines wunderschönen Jünglings. Die beiden gefielen sich, schlossen Freundschaft und trafen sich nun öfter, um miteinander zu plaudern und zu scherzen.

Das alles geschah jedoch zum Verdruss der Göttin der Wolken, die ihr Herz schon lange an den Sonnengott verloren hatte. Sie bat Helios, die Besuche bei der Schäferin zu unterlassen, doch es nutzte nichts. Da schob sie – um die Kontakte zu dem schönen Mädchen zu unterbinden – einfach einen Wolkenschleier über die Erde und versperrte Helios auf diese Weise den Weg. Nun hatte sie ihn ganz für sich und leichtfertig wie Helios war, hatte er das Mädchen bald vergessen. Die Schäferin aber, die den göttlichen Jüngling so ganz in ihr Herz geschlossen hatte, wartete sehnsüchtig von Tag zu Tag, von Woche zu Woche auf dessen Wiederkehr, jedoch vergeblich.

Als sie eines Tages wieder auf der Wiese saß und sehnsüchtig zum Himmel schaute, stand plötzlich mit drohender Miene die Wolkengöttin neben ihr. „Was schaust du, sterbliche Kreatur so verlangend zum Sohn des Himmels?“ sprach sie, „er ist nicht für dich bestimmt. Himmelhoch wird er immer von dir entfernt bleiben.“ Dem armen Mädchen brach vor Trauer das Herz. Noch im Sterben war ihr Blick gen Himmel nach dem ersehnten Helios gerichtet. Der Göttervater und oberste Gott Zeus, der alles mit angesehen hatte, war zutiefst von der innigen Liebe des Schäfermädchens gerührt. Darum verwandelte er es in eine Blume, die selbst wie die Sonne aussieht, und die noch heute ihr offenes Blütenauge den Strahlen des Helios zuwendet. Es ist die Sonnenblume. Und so erinnert auch heute noch jede Sonnenblume an die Legende von Helios dem Sonnengott und dem Schäfermädchen.

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