Computer & Internet

Webbrowser – Alle gleich?

Millionen tun es täglich, sie surfen wie selbstverständlich im Internet. Sie starten einfach Ihren Browser und los geht’s. Mal ehrlich, haben Sie sich schon einmal gefragt, weshalb Sie genau diesen Browser starten? War er vielleicht schon Installiert oder haben Sie sich aus bestimmten Gründen dafür entschieden?

Eigentlich weiß es jeder, wer die Inhalte des World Wide Web nutzen möchte, braucht einen Webbrowser. Aber was ist das genau und ist es von Bedeutung welchen ich nehme?

Webbrowser

Ein Webbrowser ist ein spezielles Computerprogramm zum Betrachten von Webseiten im Internet. Browser können heute nicht nur HTML-Seiten anzeigen, sondern alle Arten von Dokumenten. Auch lassen sich heutzutage verschiedene Medien abspielen, wie etwa Radio oder Filme. Desweiteren lassen sich mithilfe des Browsers Dateien auf den PC Laden und dort speichern.

Heute gibt es gleich fünf bekannte Webbrowser, die um Vorherrschaft kämpfen. Das war nicht immer so. Der Internet Explorer kam vergleichsweise spät auf den Markt und erst damit begann ein sogenannter „Browserkrieg“, der bis heute andauert und auch die Gerichte immer wieder beschäftigt hat. Doch beginnen wir am Anfang….

Der Anfang

Der erste Webbrowser überhaupt hieß „WorldWideWeb“ und wurde von keinem geringeren als dem Erfinder des Internets, Tim Berners-Lee im Jahre 1990 Entwickelt. Später wurde er in „Nexus“ umbenannt. Es handelte sich hier um einen reinen Textbasierten Browser, der nur einfachen Text oder Textformate anzeigen konnte. Diese Browser sind heutzutage leider fast vom Markt verschwunden. Eignen Sie sich doch unter Umständen für ein Barrierefreies Internet. Dieser Text lässt sich beispielsweise leicht in Sprache umwandeln, so dass auch Blinde das Internet nutzen können. Auch zu einer besonders schnellen Recherche sind diese Browser geeignet, da Bilder, Werbung u. a. nicht geladen wird.

Das Interesse der Öffentlichkeit am Internet begann aber erst 3 Jahre später und zwar mit der Erfindung des ersten Webbrowsers mit Grafischer Benutzeroberfläche, genannt „Mosaic“.

Kurz darauf, im Jahre 1994 brachte Netscape den „Navigator“ auf den Markt, worauf Microsoft mit dem „Internet Explorer“ gleichzog. Obwohl Netscape den besseren Browser besaß, konnte man sich nicht am Markt festigen, da Microsoft den Internet Explorer in seine Betriebssysteme Integrierte und die Weltweite Verbreitung dieses Browsers rasante Ausmaße annahm. Auch wenn vielfach kritisiert, die Marketingstrategie dieser Firma ist bis jetzt immer aufgegangen. Von 100 Computernutzern, kennen 100 den Internet Explorer.

Der erste ernsthafte Konkurrent kam Überraschenderweise 1998, und zwar wieder aus dem Hause Netscape. Diesmal mit dem Mozilla „Firefox“, der auch bis heute ein Begriff ist und sich immer größerer Beliebtheit erfreut. Die Firma Netscape wurde Ende 1998 von AOL gekauft.

Erwähnenswert ist auch der „Opera“, der eine lange Zeit als schnellster Browser der Welt galt. Seit kurzem ist auch der Apple-Browser „Safari“ für Windows Computer erhältlich, den man sich unbedingt näher ansehen sollte.

Schauen wir uns die verschiedenen Browser einmal an:

Microsoft Internet Explorer

Der Internet Explorer ist eine direkte Weiterentwicklung des Urvaters aller Browser, dem Mosaic. Die erste Version kam 1995 auf den Markt und ist seit Version 4 in die MS Betriebssysteme integriert. Die aktuelle Version ist 7 und kostenlos erhältlich. Der Vorteil dieses Browsers, außer dem Preis, ist seine hohe Geschwindigkeit, die Kompatibilität und die intuitive Bedienung. Die aktuelle Version ist auch mit allen Extras wie etwa Phishing-Filter, Pop-up Stopper und Tabbed-Browsing ausgestattet.

Immer wieder in die Kritik geraten ist der IE aufgrund seiner Sicherheitslücken, die mühsam mit Updates und Patches beseitigt werden müssen. Dazu kommen mangelhafte Sicherheitseinstellungen in der Grundkonfiguration und auch die weite Verbreitung dieses Browsers macht Ihn zum beliebten Angriffsziel für Hacker.

Erschwerend kommt hinzu, dass die E-Mail Programme Outlook und Outlook-Express auf die IE-Technologie aufsetzen, wodurch neue Sicherheitslücken entstehen können.

Jahrelang stritten sich Microsoft, Netscape und die Gerichte, ob der IE zum Bestandteil des Betriebssystems gehöre. Mittlerweile hat MS aber nachgegeben und in aktuellen Windows Versionen lässt sich der IE deinstallieren. Was aber den Untergang von Netscape leider nicht mehr verhindern konnte.

Fazit: Der IE ist ein sehr guter und schneller Browser, zudem noch kostenlos. Man sollte sich aber über die Sicherheitseinstellungen informieren und immer aktuelle Updates und Patches installieren.

Netscape Navigator

Der Navigator war lange Zeit der meist genutzte Webbrowser (Marktanteil 1996: 78%). Auch er basiert auf dem Mosaic, dennoch wurde er aber aus den oben genannten Gründen sehr schnell vom IE verdrängt. Die Entwicklung des Navigators hängt heute allen anderen Browsern deutlich hinterher. Die aktuelle Version 9.0 ist leider nur in Englisch erhältlich. Dafür aber auch für Mac und Linux erhältlich. Leider ist Netscape sozusagen am Ende, seit dem 1. Februar 2008 werden keine Sicherheitsupdates mehr veröffentlicht und der Browser wird auch nicht weiterentwickelt. Ohne den Navigator hätte das Internet niemals so schnell die Bedeutung erlangen können, die es heute hat. Und auch der Börsengang von Netscape 1995 war der Startschuss der New Economy und ist bis heute unvergessen. Die Aktie schoss noch am ersten Handelstag von 28 Dollar Ausgabepreis auf 75 Dollar.

Fazit: Der Navigator ist eigentlich nur noch am Rande erwähnenswert. Der Einstige König der Browser ist am Ende. Die letzte deutschsprachige Version 7.1 ist völlig veraltet und enthält Zahlreiche Sicherheitslücken. Ein Browser, für den keine Sicherheitsupdates mehr veröffentlicht werden, ist leider nicht mehr Empfehlenswert.

Mozilla Firefox

Dieser Heutzutage sehr beliebte Browser stammt ursprünglich auch von Netscape. Bekannt wurde er durch den Namen Mozilla-Projekt. Der große Erfolg stellte sich aber erst im Jahre 2002 ein, als man den Browser vom E-Mail Programm trennte, heute bekannt unter Firefox und Thunderbird. Hohe Geschwindigkeit und Tabbed-Browsing haben Ihn zu einem der beliebtesten Browsern gemacht. Firefox lässt sich mit Plug-ins erweitern und aufrüsten. Der Marktanteil liegt nach verschiedenen Schätzungen zwischen 15 und 35 Prozent.

Fazit: Firefox ist sehr beliebt und das hat seine Berechtigung. Schnell, Komfortabel, erweiterbar und kostenlos. Zudem wird Firefox für Windows, Mac und Linux angeboten. Sicherheitstechnisch ist er auf der Höhe der Zeit und leicht konfigurierbar. Ein immer wiederkehrender Kritikpunkt ist die hohe Beanspruchung von Ressourcen und Rechenleistung. Firefox ist er ein würdiger Nachfolger des Navigators, ob er jemals denselben Ruhm erlangen wird, bleibt anzuzweifeln.

Opera

Der Opera kam Ende 1996 als Kostenpflichtige Version auf den Markt. Eine Gratis-Version war ebenfalls erhältlich, aber diese war nur mit eingeblendeten Werbebannern nutzbar. Er konnte sich aufgrund der sehr hohen Ladegeschwindigkeit und der Kompatibilität zu aktuellen Web-Standards schnell durchsetzen. Nicht umsonst wurde er als „schnellster Browser der Welt“ beworben. Einmalig zu dieser Zeit war das Tabbed-Browsing, das Opera von erster Stunde an bot. Seit Version 8.5 ist Opera komplett kostenlos, was man wahrscheinlich der Konkurrenz zu verdanken hat.

Fazit: Opera ist einer der besten und schnellsten Browser unserer Zeit. Die aktuelle Version 9.2 ist kostenlos erhältlich. Eine Einzigartige Maus-Bedienung und die Zoom-Funktion heben Ihn von der Konkurrenz ab. Aus Versehen geschlossene Tabs können wiederhergestellt werden. Passwort-Manager und Widgets runden das Gesamtbild ab. Opera läuft unter Windows, Mac, Linux, FreeBSD und Solaris. Außerdem als Version für Handys und PDAs erhältlich. Auf der aktuellen Spielekonsole Wii wird Opera für den Internetzugang von Nintendo genutzt. Als kleinen Geheimtipp kann man die Torrent Funktion ansehen. Es wird keine Separate Torrent Anwendung mehr benötigt, einfach auf den link klicken und Downloaden.

Safari

Noch gilt der Safari als Exote unter den Webbrowsern. Apple Nutzern ist der Safari seit 2003 bekannt und hat seit MacOSX 10.3 den IE als Standardbrowser abgelöst. Seit kurzem gibt es eine (Beta) Gratis-Version für Windows Computer. Apples Werbung für diesen Browser wirkt etwas altbacken: „bis zu zweimal schneller als IE“, „Einfaches anlegen von Lesezeichen“ und „Blockieren von Werbung“. Diese Funktionen sind bei der Konkurrenz längst Standard. Doch Apple ist immer für Überraschungen gut. Der Rendering Engine Webkit liegt die KHTML-Bibliothek des KDE-Projekts zugrunde, die Apple an eigene Bedürfnisse angepasst hat. Dadurch wurde der Safari laut Benchmarks nicht nur der Schnellste Browser der Welt, sondern auch der erste der den Anspruchsvollen Acid2-Test bestanden hat.

Fazit: Safari ist der schnellste und Fortschrittlichste Browser auf dem Markt. Der Funktionsumfang ist gleich der Konkurrenz. Dieser Browser ist entwicklungstechnisch relativ jung, deshalb wird man hier in Zukunft noch einiges erwarten können. Die Tatsache, dass er den Acid2-Test auf Anhieb bestanden hat, zeigen wie sauber und zukunftsweisend er Programmiert wurde. Zum Vergleich: Opera9.2 und Konqueror 3.5 zogen erst später nach, Firefox wird es in Version 3.0 unterstützen und der IE in Version 8!

Zusammenfassung

Welcher Browser ist denn nun der Beste? Diese Frage lässt sich leider nicht beantworten. Jeder dieser Browser hat vor und Nachteile und jeder hat seine Daseinsberechtigung. Lediglich der Navigator ist nicht mehr Empfehlenswert, ohne entsprechende Sicherheitsupdates ist das Risiko einfach zu groß. Der Opera ist auf Windows-PCs nicht so verbreitet hat aber seine Nischen gefunden, wie beispielsweise Handys und Spielekonsolen. Bleibt aber auch aufgrund der Funktionsvielfalt ein Geheimtipp.

Das große Kopf an Kopf rennen geht weiter mit IE, Firefox und Safari, wobei wir nach meiner persönlichen Meinung, vom Safari noch eine ganze Menge zu erwarten haben.

Hier können Sie mit Ihrem Browser den Acid2-Test ausprobieren: http://www.webstandards.org/files/acid2/test.html

Klicken Sie einfach auf „Take The Acid2 Test“. Wenn Sie einen Smilie sehen und die Schrift „Hello World“, hat Ihr Browser bestanden. Man bekommt eine ungefähre Vorstellung, was Browser in der Zukunft leisten müssen, wenn Sie es nicht mal schaffen einen einfachen Smilie darzustellen. Dieser Test ist wirklich sehr anspruchsvoll, auch wenn es vielleicht nicht so aussieht.

Bei diesem Test wird geprüft, ob der Browser einen bestimmten Quellcode (größtenteils CSS) entsprechend den Standards interpretiert und ob er mit fehlerhaftem Quellcode korrekt umgeht.

Allein die Existenz dieses Tests zeigt auf, dass wir mehr Qualität im Internet brauchen. Genaue Standards müssen festgelegt und eingehalten werden, wie es vom W3C empfohlen wird. Das Ziel, welches dadurch erreicht werden soll, lautet Massenkompatibilität. Eine Internetseite sollte von allen Browsern und Webfähigen Endgeräten fehlerfrei darstellbar sein. Dadurch ergibt sich auch der Vorteil der Aufwärtskompatibilität. Werden Webseiten nach festgelegten Standards Programmiert, braucht man sich keine Sorgen machen, dass zukünftige Browsergenerationen die Seite nicht korrekt darstellen können. Vorausgesetzt natürlich, die Browser unterstützen diese Standards. Gerade in diesem Punkt liegt der IE7 weit hinten. Von dem am weiten Verbreitesten Browser sollte man eigentlich etwas mehr Verantwortung erwarten, Webstandards zu unterstützen.

Dann endlich gehören solche Darstellungsfehler wie beim Acid2 Test der Vergangenheit an!

AR/Fachartikel – Internet Beratung Aufklärung Analysen Unternehmerverband F-IT

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