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Tipps: Was ist wenn kein DSL verfügbar ist?

Gründe, die dafür sprechen, nach Alternativen für den klassischen DSL-Anschluss zu suchen, gibt es viele. Der häufigste ist die Enttäuschung: etwa 40% der Bevölkerung können kein DSL erhalten. Doch zum Glück ist man dem Schulterzucken der Netzbetreiber, die sich weigern, die technischen Vorraussetzungen zu ermöglichen, nicht hilflos ausgeliefert. Gleich mehrere Alternativen sind eine Prüfung wert. Fünf qualitativ und finanziell unterschiedliche Möglichkeiten bieten sich an.

Flächendeckend verfügbar sind Internetzugänge via Satellit und der Empfang über Handynetze.

1.) Die Ausrüstung für den Satellitenempfang, die Satellitenschüssel, ist oft schon vorhanden. Über diese erfolgt der Download mit hohen Übertragungsraten. Der Upload hingegen nimmt einen anderen Weg über den analogen oder digitalen Telefonanschluß und ist dementsprechend langsam. Auch die Kosten sind mittlerweile kaum noch höher als bei einem herkömmlichem DSL.

2.) Eine Verbindung über die Mobilfunknetze ist auch im Downloadbereich auf jeden Fall noch langsamer als mit einer festen Leitung. Das wird trotz zu erwartender Verbesserungen auch in Zukunft so bleiben. Die Geschwindigkeit variiert zusätzlich je nach Netzstandart, Endgerät, Up- oder Download von 52kb/s bis 384kb/s. Also nicht wirklich schnell und vergleichsweise teuer, trotz erster Flatrateangebote.

Die folgenden beiden Möglichkeiten sind nicht flächendeckend, erreichen aber, da vornehmlich in den Ballungsräumen angeboten, teils erhebliche Nutzerzahlen.

3.) Internet über den heimischen Kabelanbieter, soweit er sein Netz rückkanalfähig aufgerüstet hat, kann sowohl preislich als auch von den Geschwindigkeiten her mit herkömmlichem DSL auf jeden Fall mithalten. Also eine echte Alternative. Je nach Kabelanbieter existieren verschiedene DSL-Flatratetarife, bei denen man unterschiedliche Geschwindigkeiten wählen kann. Zusätzlich gibt es einen Trend neben Fernsehen, Radio und Internet auch noch das Telefonieren über das Kabel anzubieten. Solchen „alles aus einer Hand Lösungen“ sind für die Kunden sehr bequem und günstig.

Übrigens die Tatsache, dass bei Ihnen kein DSL möglich ist, begründet die Deutsche Telekom oft damit, dass die technischen Vorraussetzungen nicht gegeben seien und der Ausbau der Infrastruktur sich nicht rechne. Doch was verbirgt sich dahinter? Technisch gibt es dafür zwei Ursachen: Zum einen ist die für DSL genutzte Telefonkupferleitung schlichtweg zu lang. Überschreiten die Kabel von der Verteilerstation bis zum Endkunden eine Länge von 4 km – was vor allem auf dem flachen Land der Fall ist – sinkt die Geschwindigkeit von DSL drastisch. Das ließe sich ändern mit der Installation von Zwischenstationen zur Signalaufbereitung, doch dazu ist die Telekom wegen der hohen Kosten oftmals nicht bereit. Die zweite Ursache für fehlende DSL Verfügbarkeit, könnte darin begründet liegen, dass in weiten Teilen Ostdeutschlands nach der Wende bereits die wesentlich moderneren Glasfaserkabel verlegt worden sind. Glasfaserkabel übertragen die Daten durch Lichtimpulse und ohne jeglichen Qualitätsverlust. DSL jedoch basiert auf der analogen Übertragung via Kupferkabel. Hiermit sind Distanzen von ca. 4 km möglich. Nötig wäre hier – die ebenfalls kostenintensive – Installation von Konvertern bei jedem Endverbraucher, der Signale umwandeln kann (so genante DSLAMs, digital subscriber line access multiplexer). Damit würden kleine Vermittlungsstellen an den Häusern der Endkunden entstehen: vom heimischen Computer bis zur Glasfaserleitung vor dem Haus läge ein kurzes Kupferkabel. Diese Lösung würde einen Zugang zum Internet ermöglichen, der die selbst die Geschwindigkeit von DSL übersteigen würde. Aber diese Technik installiert auf Grund der Kosten so gut wie niemand.

» Kein DSL – alle Alternativen in der Übersicht

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