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Volkskrankheit Nagelmykose

Es dürfte kaum bekannt sein, dass fast jeder 10. Bundesbürger unter einer Nagelmykose, auch Onychomykose oder Nagelpilz genannt, leidet. Eine Nagelmykose wird aufgrund von einem Befall durch Hautpilz überwiegend von der Abteilung der Dermatophyten ausgelöst. Da fast ein Drittel aller Deutschen unter Fußpilz leiden, sind die Pilze und ihre Sporen weit verbreitet. Pilzsporen sind überall vorhanden, da ja über den Daumen ein Drittel der Bewohner unter durch Pilze verursachte Krankheiten leidet. Allerdings weist allerdings ca. ein Drittel der Leute mit Pilz des Weiteren einen Befall mit Nagelpilz auf. Übrige Faktoren wie mechanische Last aufgrund beengte Treter, Störungen des Immunsystems oder eine verschlechterte Durchblutung (wie bei Zuckerkrankheit) bewirken dafür, dass der Pilz erfolgreich in den Fussnagel eindringen kann wie auch sich in diesem Bereich ausweiten kann.

Es werden unterschiedliche klinische Arten der Nagelmykose unterschieden:

  • distale subunguale Onychomykose (DSO): hier ist der Fussnagel vom freien Außenrand (distal) entstehend erkrankt, die häufigste klinische Form
  • proximale subunguale Onychomykose (PSO). Dabei ist der Fussnagel im Abschnitt der Nagelbildungsstätte (proximal) befallen.
  • totale dystrophische Onychodystrophie (TDO) – Hier ist die gesamte Nagelplatte befallen
  • weiße oberflächliche Onychomykose (WSO) , eine eher seltene Erscheinung

Aber nicht jeder defekte Fußnagel ist ein Nagelpilz. Eine weitere Erkrankung mit sehr ähnlichem Erscheinungsbild ist die Psoriasis. In der Praxis können beide Erscheinungen kombiniert auftreten, das heißt bei Anwesenheit einer Psoriasis kann der Nagelpilz leichter in den Fussnagel eindringen und ihn infizieren.

Äußerliche Therapie von Nagelpilz

Häufig reicht es aus, den Nagelpilz äußerlich zu behandeln. Eine lokale Therapie von Nagelpilz ist immer dann angebracht, sofern die Infektion des
Nagels geringer als die Hälfte der Nagelfläche beträgt sowie insgesamt die Anzahl der befallenen Nägel in keiner Weise über drei beträgt. Nagellacke
enthalten Wirkstoffe wie Ciclopirox oder Amorolfin. In der Regel werden Konzentrationen im Fussnagel erreicht, die ein Vielfaches der für den Pilz tödlichen Dosis betragen. Der Benefit der Nagellacke liegt in ihrer simplen Applikation. Sie werden einfach auflackiert und zwischen ein und sieben Tagen auf dem Nagel gelassen.

Allerdings muss des Weiteren gesagt werden, dass in der Praxis in vielen Fällen die Therapie in keiner Weise zum Triumph führt. Denn oft ist die
Struktur des Nagels so zerstört, dass der Lack gar nicht alle Stellen erreichen kann.Hinzu kommt, dass die Verwendung des Lacks durchgängig sowie beständig stattfinden muß. Längere Pausen seitens einigen Wochen reichen den vorhandenen Sporen aus, um zu wachsen. Daher gibt es allerlei Fälle von Nagelpilz, in denen eine orale Therapie mit Tabletten unabwendbar ist, und damit wird die ganze Angelegenheit etwas problematischer.

Neue Studien sprechen für eine andere Applikationsweise von oralen Antimykotika

Die orale Therapie mit Pilzmitteln wird von Patienten mit Skepsis aufgenommen. Zu lang ist die Liste der Nebenwirkungen auf dem Beipackzettel. Um
die Risiken der oralen Produkte gegen Pilz wie Terbinafin, Fluconazol oder Itraconazol zu vermindern haben Nagelpilz-Mediziner erfolgreich probiert die
Anwendungsmenge der geschluckten Produkte gegen den Nagelpilz zu verringern. Background ist die Berechnung, dass die normale Applikation sehr hohe Konzentrationen der Wirkstoffe im Fussnagel ergibt, die partiell mehr als das tausendfache der benötigten Dosierung betragen. Dergestalt liegt die naheliegend, durch eine Abnahme noch genug tödlichen Wirkstoffe im Fussnagel zu bieten, freilich eben die Nebenwirkungen zu vermindern. Das mag entweder in der Art einer Intervalltherapie stattfinden oder in einer einfachen Dosisreduzierung. Allerdings sollte bei diesem Vorgehen immer eine sonstige lokale Therapie mit einem Nagellack stattfinden.

Verhindern von Nagelpilz – Vorsicht ist geboten

Nagelpilz ist eine Krankheit die bei einigen Personen öfter auftritt, da sie z. B. durch Sport, Durchblutungsstörungen oder Probleme mit dem körpereigenen
Abwehrsystem gegen die Pilzsporen empfindlicher sind. Gerade diese Patienten sollten eine Pilzerkrankung ernst nehmen, denn neben der äußerlichen
Pilzinfektion gibt es auch das Risiko, dass die Pilze in den Körper gelangen und dort ernsthafte systemische Infektionen auslösen können. Gerade für
ebendiese Personengruppe, wie auch sofern eine Therapie erfolgreich beendet wurde, ist es wichtig geeignete Maßnahmen gegen das erneute Auftreten von
Nagelpilz vorzunehmen. Die wichtigsten Tipps

  • Fußpilz durchgängig therapieren. Der Fußpilz sowie die durch ihn ausgesetzten
    Sporen bilden eine anhaltendeMöglichkeit zur Erkrankung. Nur die richtige Therapie seitens Fußpilz ermöglicht, dass diese Infektionsquelle
    geschlossen wird
  • richtige Schuhe um Beschädigungen der Nägel zu vermeiden
  • barfuß gehen in Hotels oder Schwimmbädern wenn immer möglich vermeiden. Garantiert ist dort vorher irgendeiner mit Mykose gewesen.

Trotzdem kann es immer wieder passieren, dass der Nagelpilz auftaucht. Eine regelmäßige Sichtkontrolle der Nägel ist daher unabdingbar, möglicherweise ist es auch sinnvoll regelmäßig einen Nagellack zur Vorbeugung aufzutragen.

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