Allgemein

Organische Störungen

Organische Störungen entstehen als Folge von Verletzungen oder körperlichen Erkrankungen (z.B Schädelverletzung oder Tumor). Synonym sind die Begriffe organische Psychosyndrom oder exogene Psychosen: (Exogen=von außen kommen) meint hier organisch verursacht.
Psychose (allgemeine Bedeutung: schwere psychische Krankheit) bezeichnet unabhängig von der Ursache meist solche psychische Krankheiten, bei denen der Kranke in seinem Kontakt zu Realität erheblich gestört ist und in die sich ein Gesunder Mensch nur schwer einfühlen kann.
Psychische Veränderungen können durch eine Vielzahl körperlicher Erkrankungen entstehen. Das Gehirn kann direkt von einem Krankheitsprozess (z. B Entzündung) betroffen oder indriekt an einer Erkrankung anderer Organe beteiligt sein (z.B Gedächnisstörungen und Verwirrtheit durch Stoffwechselprodukte bei Leber- oder Nierenversagen)
Die psychische Veränderung, können gering oder schwer wiegend sein. Der Kombination psychischer Symptome (daher Psychosyndrom) kann man dabei nicht eindeutig ansehen, welche körperliche Krankheit zugrunde liegt- verschiedene Ursachen können zu ähnlichen psychischen Zustandsbilder führen. Umgekehrt sind hirnorganische Psychosyndrome sehr vielgestaltig, das heißt, ein und dieselbe organische Ursache kann sich bei verschiedenen Personen mit unterschiedlichen psychischen Symptomen darstellen.
Nach dem zeitlichen Verlauf werde die meist reversiblen (umkehrbaren) akuten organischen Störungen (akuten exogenen Psychosen) und die meist irreversiblen (unumkehrbaren) chronischen organischen Störungen (chronisches organisches Psychosyndrom) unterschieden.

Akute organische Psychosyndrome können in ganz unterschiedlichen Situationen auftreten zum Beispiel bei Alkohol- oder Medikamentenentzug, bei Vergiftungen, bei Fieber, nach Operationen oder Hirnblutungen. Die Leitsymptome sind Desorientiertheit, Bewusstseinseintrübung udn Gedächnisstörung, aber auch Unruhe und optische Halluzinationen.
Die Behandlung der Ursache führ meist zum Abklingen der psychischen Veränderungen. Vorübergehend kann der Einsatz beruhigender Medikamente (Neuropleptika) notwendig werden.

Chronische organische Störungen: Leitsymptome chronischer organischer Psychosyndrome sind Persönlichkeitswandel (Wesensveränderung) und Demenz (organisch bedigter, fortschreitender Verlust, geistiger Fähigkeiten) Beide Veränderungen können z.B Folge eines Schädel- Hirn- Traumas oder schwerer Hirndurchblutungsstörungen sein. Demenz tritt typischerweise auch bei der Alzheimer- Krankheit auf.
Auch bei den chronischen hirnorganischen Störungen ist- so weit möglich- die Beseitigung der organischen Ursache die Therapie der Wahl. Sie wird ergänzt durch eine symptomorientierte Behandlung zum Beispiel mit beruigenden oder aktivierenden Medikamenten, Tagesstrukturierung und Anregung sinnvoller Aktivität.

Be Sociable, Share!

Einen Kommentar schreiben

Du mußt angemeldet sein, um kommentieren zu können.

Zufällige Artikel Die 5 neusten Artikel