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Moderne Glückspilze

„Glück muss der Mensch haben“, solche und ähnliche Sätze bekommt derjenige zu hören, der beim Bummeln durch die Stadt einen Geldschein findet. Und da der Schein keinen Eigentümernachweis trägt, behalten die meisten diese kleine Kostbarkeit. Versüßen sich damit ein wenig den Alltag damit. Nach diesem glücklichen Umstand geht der als „Glückspilz“ Bezeichnete beim nächsten Spaziergang plötzlich mit hellwachen Augen durch die Fußgängerzone seiner Innenstadt und hält nach weiteren Scheinen oder Münzen Ausschau. Jeder Gang wird jetzt zu einer echten Suchaktion, die Innenstadt akribisch und systematisch durchforstet und nach kostbaren Geldschätzen durchsucht. Doch gerade diesen vermeintlichen „Glückspilzen“ müsste man die Augen öffnen und die Sinne schärfen und ihnen stets mit einer Aussage begegnen: „Warum in die Ferne schweifen…?“ Mühevoll werden die Straßen nach einigen Cent oder Eurobanknoten abgesucht, während viele von ihnen auf dem eigenen Speicher, im Keller oder an anderen unbedeutenden Orten viele wertvolle Schätze sammeln. Insbesondere dann, wenn diese Schätze aus einem Material bestehen – aus Gold.

Seit Menschengedenken übt Gold in allen seinen Variationen eine große Faszination auf den Menschen aus. Als eines der frühesten Metalle die abgebaut und bearbeitet wurden, ist es gleichzeitig auch das wertbeständigste Metall. Es diente gerade in Krisenzeiten als Fels in der Brandung. Kein Metall wird so sinnlich bei Berührung erlebt, wie das Gold. Für den Besitz von Gold wurde sogar gelogen und betrogen, trennten sich viele Paare und einten sich nicht wenige Feinde. Ganze Nationen wurden wegen des Goldes in Staatskrisen oder sogar in den Kriegszustand versetzt. Um den Besitz von Goldminen oder Schürfrechten wurde alle legalen und illegalen Mittel eingesetzt. Gold bewegt die Gemüter, ein scheinbarer Goldrausch setzt ein, wenn sich nur dessen möglicher Besitz am Horizont ankündigt.

Wer in den Besitz von Gold kommt, wird nicht selten als ein Glückpilz bezeichnet. Doch nicht selten weiß der Glückspilz gar nichts von seinem Glück. Muß auf sein Glcük und seine Schätze hingewisen werden. Mit der weltweiten Krise der letzten Jahre stieg auch die Nachfrage nach Gold. Damit begann die raketenartige Preisentwicklung des Goldes. Ein Ende ist nicht absehbar. Der weltweite Goldankauf ist derzeit kaum noch zu befriedigen. Die Anzeigen der heutigen Goldsucher vermehren sich. Die Bereitschaft immer mehr für das Gramm Gold zu zahlen war nie größer. Besitzer von Altgold können in Tagen wie diesen kleine Vermögen damit machen, indem sie nur den Altbestand an Schmuck, Bruchgold, Zahngold, Uhren und weiteren Goldgegenständen dem Goldhändler ihres Vertrauens zum Schätzen und zum Verkauf bringen. Wer größere Bestände sein Eigen nennt, kann nicht selten noch bessere Preise aushandeln.

Auch weiterhin klettert der Preis und überschlägt sich geradezu. Der Grund dafür ist auch weiterhin in der ökonomischen Situation zu suchen: die nationalen Zentralbanken reagierten in allen führenden Wirtschaftsnationen außergewöhnlich auf diese deutliche Finanzkrise. Die Zinsen weltweit wurden sehr deutlich gesenkt. Das Inflationsrisiko stieg damit rapide. Um etwa ein Zehntel stieg die Geldmenge der bedeutendsten Wirtschaftsnationen in den letzten Jahren. Die Goldmenge dagegen stieg nur um etwa eineinhalb Prozent. Alle Voraussetzungen für das Ansteigen des Goldpreises sind damit erfüllt: wenn die Preise für Verbraucher steigen und die gesamte Wirtschaft fast zum Stillstand kommt, wird das Gold zu beständigsten und langfristig sichersten Burg. Aus dem Mythos wird Wirklichkeit! Nicht wenige sprechen daher seit Monaten schon von der neuen Weltwährung – dem Gold. Doch der Goldpreis wird derzeit nicht aufhören zu steigen, er wird vermutlich auch in den nächsten Tagen und Monaten zu weiteren Höhen getrieben. Das sei aber allen Schatzbesitzern derzeit ins Stammbuch geschrieben: es ist sinnvoll die alten Schätze im Keller, auf dem Speicher oder wo die sich auch immer befinden, zu suchen und jetzt zu Geld zu machen. (mf)

markus.freimann@web.de

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